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Allgemein

Forsche Frauen forschen

„Um den erschreckend geringen Anteil der Frauen in der Forschung – und um erfreuliche Ausnahmen – ging es bei Wissenschaft live. Was kann man tun, um die „“Frauenquote““, besonders in höheren Etagen, anzuheben? Live zugeschaltet war die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn.“

Wir brauchen mehr Forscherinnen in der Wissenschaft!“ Mit dieser Forderung eröffnete Moderator Ranga Yogeshwar „ Wissenschaft live“ – und erntete spontanen Beifall vom dichtgedrängten Publikum im Deutschen Museum Bonn. Es ist inzwischen gute Tradition bei diesen Veranstaltungen, daß sich Schulklassen auf das Thema vorbereiten und eigene Experimente präsentieren. Diesmal hatten natürlich Mädchen die absolute Mehrheit. So erklärten gleich zu Beginn Franziska und Iris von der Liebfrauenschule in Bonn ihre Versuche mit Kupfersulfat-Lösung, aus der sie blaue Kristalle gezüchtet hatten. „Warum macht ihr solche Experimente? Ist Chemie nicht eher etwas für Jungs?“ provozierte Yogeshwar. „Nein, warum?“ antwortete Franziska. „Ich finde es spannend, wenn so ein schöner Kristall wie von selbst aus dem Nichts wächst.“ „Und später will ich Chemikerin werden“, ergänzte Iris selbstbewußt. Anke, eine der Schülerinnen vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Bonn, erzählte von ihren Erfahrungen aus einer gemischten Klasse: „Bei unseren Experimenten gibt es keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.“ „Und die Lehrer“, unterbrach Yogeshwar, „stehen die bei physikalischen Versuchen nicht häufiger bei den Jungen?“ „ Nein, sie fördern eher uns Mädchen.“ Isabell aus der 11. Klasse hat sich mit Statistik zum Thema Frauen in der Wissenschaft befaßt und erläuterte das anhand von Kurven: Unter den Professoren in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Chemie liegt der Frauen- Anteil unter 10 Prozent, bei den C4-Professoren sogar unter 4 Prozent. Bei den Studierenden sind die Frauen dagegen mit 35 Prozent vertreten. Für diese Diskrepanz gibt es mehrere Gründe, die alle mit der Rolle der Frau in der Familie zusammenhängen. Auffallend ist auch, daß Frauen in Führungspositionen höchst spärlich vertreten sind. Allgemein gilt: Mit steigender Hierarchie nimmt der Anteil der Frauen rapide ab. „Wie kann man als Frau das Problem Familie und Beruf unter einen Hut bringen? Wie kann die Politik helfen?“ fragte Isabell via Bildschirm direkt nach Berlin. „Das wichtigste ist“, antwortete Bundesministerin Edelgard Bulmahn, „daß die Frauen den Männern sagen: Das Kind hat nicht nur eine Mutter, sondern auch einen Vater. Ich habe mit der Max-Planck- und mit der Helmholtz-Gesellschaft besprochen, daß besondere Stellen eingerichtet werden, die nur von Frauen besetzt werden, und daß man dort mehr für die Kinderbetreuung tut. Mit 60 Millionen Mark unterstützen wir die Frauen dabei, ihre geplante naturwissenschaftliche Karriere durchzuführen. Im übrigen habt ihr, liebe Schülerinnen in Bonn, mir mit eurer Begeisterung Mut gemacht: Es steht wohl nicht so schlecht mit dem Nachwuchs an Wissenschaftlerinnen.“ Gute Beispiele für wissenschaftlich erfolgreiche Frauen waren im Museum gleich mehrfach vertreten. Aus ihren Arbeitsgebieten berichteten: Prof. Dr. Dr. Sabine Kunst vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, Universität Hannover, Dr. Jana Dittmann vom GMD-Forschungszentrum Informationstechnik GmbH in Darmstadt, Dr. Dorothee M. Rück von der Gesellschaft für Schwerionenforschung mbH, Darmstadt, und Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland vom Institut für Schulpädagogik an der Universität Hamburg. „In meinem Fachbereich bin ich die einzige Professorin“, erklärte Frau Prof. Kunst und ließ von ihren Mitarbeiterinnen in Hannover über den Bildschirm ihre Forschungen erläutern: Wie die häuslichen Abwässer behandelt werden, welche Probleme bei der Trennung in Schlamm und reines Wasser auftreten und wie man sie beheben kann, zum Beispiel mit flockenbildenden Bakterien. Jennifer hat sich intensiv mit Wissenschaftlerinnen beschäftigt. Irène Joliot-Curie ist ihr großes Vorbild: Chemie- Nobelpreisträgerin, Staatssekretärin und Mutter zweier Kinder. „Halten Sie es für sinnvoll, in Forschung und Politik zugleich tätig zu sein?“ fragte sie nach Berlin. „ Klar ist das sinnvoll“, antwortete die Ministerin. „Wir brauchen viel mehr Frauen in der Wissenschaft und in der Politik. Wir wollen Mädchen und Frauen dazu motivieren und auch finanziell unterstützen. Wir werden es in beiden Bereichen schaffen, daß wir Frauen bald nicht nur die Hälfte des Himmels, sondern auch der Erde haben.“

Wolfram Knapp

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