Schwedische Auerhühner werden zu gebürtigen Brandenburgern Geglücktes Comeback eines gefiederten Showstars - wissenschaft.de
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Schwedische Auerhühner werden zu gebürtigen Brandenburgern

Geglücktes Comeback eines gefiederten Showstars

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So setzt sich der Auerhahn in Szene (Foto: edgar schepul/Fotolia.com)
Mitte der 1990er Jahre gab es die letzten Auftritte, dann verschwanden die Auerhähne von den „Natur-Bühnen“ Brandenburgs. Um sie erneut anzusiedeln, wurden 2012 Auerhühner aus Schweden in der Lausitz freigelassen. Wie sich nun zeigt, ist das Projekt geglückt: Es gibt eine Enkelgeneration.

Stolz reckt er seinen Kopf empor, gibt kehlige Laute von sich und stellt seine Schwanzfedern zu einem Rad auf: Der Auerhahn (Tetrao urogallus) ist für sein beeindruckendes Balzverhalten berühmt. Einst konnte man es in vielen Gebieten Deutschlands beobachten, doch dann schrumpfte das Verbreitungsgebiet des majestätischen Vogels drastisch. Mittlerweile gibt es nur noch kleine Restbestände im Mittel- und Hochgebirge. Bis in die 1990er Jahre konnten sich die Tiere noch in der Lausitz halten. Doch dann kam auch in Brandenburg das Aus für den größten Hühnervogels Europas. Damit wollten sich brandenburgische Tierschützer allerdings nicht abfinden – das Auerwild sollte zurückkehren, so das Ziel ihres ehrgeizigen Pilotprojekts.

Erfolgreiche Vogelpioniere aus Schweden

Grundlage sollten Wildfänge aus Schweden bilden – dort gibt es noch vergleichsweise große Bestände des Auerhuhns. Auswilderungs-Projekte mit in Gefangenschaft aufgezogenen Tieren hatten sich in der Vergangenheit hingegen als wenig erfolgreich erwiesen. Das Projekt startete 2012: In den Naturparken Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken wurden insgesamt 60 schwedische Vogel-Pioniere freigesetzt. Es stellte sich anschließend die Frage, ob diese recht kleine Gruppe für die Etablierung einer langfristig überlebensfähigen Population ausreichen würde.

Dies scheint sich jetzt erfreulicherweise abzuzeichnen: Offenbar konnten sich 30 bis 40 Tiere erfolgreich ansiedeln und genetische Untersuchungen von Federn aus Sandbädern der Auerhühner zeigten nun: Es gibt sogar schon eine Enkelgeneration. Diese Jungtiere sind damit eindeutig echte Brandenburger Auerhühner. Auch die vermehrte Sichtung von Auerhühnern außerhalb der eigentlichen Freisetzungsgebiete des Pilotprojektes spricht für die erfolgreiche Etablierung und Ausbreitung.

Ziel: Eine selbsttragende Population

„Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, der selbst die kühnsten Erwartungen der Projektinitiatoren übertrifft“, sagt Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger. Die Tierschützer hoffen nun auf steigende Zahlen: Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau eines sich selbst tragenden Bestandes von mindestens 100 Tieren. Um dies zu beschleunigen, sind nun auch weitere Neuzugänge geplant: Das schwedische Umweltministerium wird in den kommenden Jahren dem Land Brandenburg weitere Auerhühner zur Verfügung stellen.

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Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.

© natur.de – Martin Vieweg
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