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Lichter halten Schildkröten von Fischernetzen fern

Grüner Hoffnungsschimmer für Meeresschildkröten

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Lichter halten Schildkröten fern - stören Fische aber offenbar nicht (Foto: University of Exeter)
Tod im Fischernetz: Tausende der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten erleiden jedes Jahr ein verhängnisvolles Ende. Meeresbiologen haben nun eine Strategie erfolgreich getestet, um den Beifang drastisch zu verringern: Grüne LEDs an den Netzen halten die Schildkröten fern.

Sie werden wegen ihres schmackhaften Fleisches und ihres schönen Schildpatts gejagt – doch nicht nur diese Gründe bedrohen das Überleben der Meeresschildkröten: Schätzungen des WWF zufolge verenden etwa 250.000 der Meeresreptilien in Fisch- oder Krabbennetzen. Da sie regelmäßig zum Atmen auftauchen müssen, ertrinken die Schildkröten, wenn sie sich verheddert haben. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler bereits seit einiger Zeit nach Möglichkeiten, die Tiere auf die Netze aufmerksam zu machen.

Bereits frühere Untersuchungen haben nahegelegt, dass Lichter an den Netzen diesen Zweck erfüllen könnten. Vor allem die Lichtfarbe grün galt dabei als besonders aussichtsreich. Ein Forscherteam unter der Leitung der University of Exeter konnte nun zeigen, dass diese Strategie auch unter realen Fischereibedingungen ausgesprochen erfolgreich ist. Außerdem erwies sich eine wichtige Befürchtung als unbegründet: Der Fischfang wird durch die Lichter offenbar nicht beeinträchtigt.

Beifang halbiert

Die Forscher führten ihre Studie an der Nordküste Perus durch, wo besonders viele Schildkröten unterschiedlicher Art vorkommen. Bei ihrer Studie konzentrierten sie sich auf die Suppenschildkröte ( Chelonia mydas). Die Forscher verwendeten insgesamt 114 Paare von Stellnetzen, die jeweils etwa 500 Meter lang waren. Bei jedem Paar wurde ein Netz entlang der Hauptleine alle zehn Meter mit einer Leuchtdiode (LED) ausgestattet. Das Kontrollnetz blieb unbeleuchtet.

Die Auswertungen der Beifang-Zahlen ergaben: In den unbeleuchteten Netzen verfingen sich insgesamt 125 Suppenschildkröten, bei den Versionen mit den Lichtern waren es hingegen unterm Strich nur 62 Tiere, berichten die Forscher. Ihnen zufolge waren die Fangzahlen bei den Fischen von den Lämpchen hingegen unbeeinflusst: Fische scheinen die Lichter demnach offenbar nicht von den Netzen fernzuhalten.

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Vielversprechende Strategie

Die Forscher wollen auf diesen vielversprechenden Ergebnisse nun weiter aufbauen: Sie haben Kontakt mit größeren Fischereibetrieben in Peru aufgenommen, um weitere Untersuchungen durchzuführen. Sie wollen nun auch untersuchen, ob unterschiedliche Lichtfarben verschiedene Effekte auslösen. Möglicherweise lassen sich bestimmte gefährdete Schildkrötenarten durch spezielle Farben besonders gut von den Netzen fernhalten.

Die Forscher hoffen, dass sich diese Strategie zum Schutz der bedrohten Tiere nun durchsetzen wird. Bei standardmäßigem Einsatz würden dann auch die Kosten für die Ausrüstung der Netze mit Lichtern sinken. „Diese Lichter gehören zu den wenigen Möglichkeiten, die es überhaupt gibt, um den fatalen Beifang einzuschränken“, betontder Meeresbiologe Jeffrey Mangel.

Quelle: University of Exeter

© natur.de – Martin Vieweg
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