Gute Sicht trotz schlechten Wetters - wissenschaft.de
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Gute Sicht trotz schlechten Wetters

Ein neues Infrarot-Radarsystem soll den Landeanflug sicherer machen. Es verschafft den Piloten auch bei dichtem Nebel oder Regen Durchblick.

Auf dem Bildschirm im Cockpit ist der Flughafen mit seinen Landebahnen deutlich sichtbar. Der reale Blick nach draußen ist dagegen getrübt: Dichter Nebel verhüllt alles, was mehr als wenige hundert Meter entfernt ist. Der DIN-A5-große Bildschirm ist Teil eines Systems, das vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde. „Das Enhanced Vision System (EVS) liefert den Piloten bei schlechtem Wetter optische Eindrücke, die mit denen bei Sichtflugbedingungen vergleichbar sind“, sagt Klaus-Uwe Hahn vom Braunschweiger Institut für Flugmechanik der DLR.

Geliefert werden die schwarz-weißen Monitorbilder von einem Computer. Er verarbeitet laufend die Informationen, die eine Infrarotkamera und ein Millimeterwellen-Radar sammeln. Die Kamera registriert Wärmeunterschiede, und das Radar mißt die Reflexion von hochenergetischen Wellen, die es zuvor ausgesandt hat – beide Geräte können dabei Nebel, Regen und Schnee mühelos durchdringen. Die DLR-Wissenschaftler haben das neue System bereits bei einem Flug erprobt. Das Ergebnis: „Der Pilot konnte allein mit dem EVS-Bild die Maschine sicher auf die Rollbahn setzen“, berichtet Hahn. Die Experten rechnen dennoch damit, daß es noch fünf Jahre dauern wird, bis die Entwicklungsarbeiten und die auch die Praxis-Tests abgeschlossen sind. Das EVS soll einmal billiger sein als die herkömmlichen Instrumenten-Landesysteme (ILS), bei denen eine Sendeanlage am Boden Angaben zum Beispiel über Kurs, Höhe und Geschwindigkeit an einen Empfänger im Flugzeug übermittelt. Die DLR-Ingenieure sind überzeugt, daß das neue System künftig die Landung auch bei Wetterverhältnissen möglich macht, die einen Anflug bisher nicht zugelassen haben.

Parallel zu ihren Arbeiten am EVS beschäftigen sie sich schon mit einer Weiterentwicklung: dem Synthetic Vision System. Auf einem Computer sind dabei die Modelle der Flughäfen gespeichert. Der Rechner vergleicht beim Landeanflug ständig die Modelldaten mit den Radar- und Infrarotbildern des EVS. Dabei erzeugt er Bilder, die noch natürlicher wirken als die Schwarz-weiß-Bilder des EVS. Er erkennt, wenn Modell und Realität voneinander abweichen – zum Beispiel weil sich ein anderes Flugzeug noch auf der Rollbahn befindet.

Norbert Spies

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