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High-Tech-Mülltrennung macht Probleme

Seit seiner Einführung sorgt das duale System in Deutschland unter Experten, Politikern und Bürgern für leidenschaftliche Diskussionen über Sinn oder Unsinn der Mülltrennung. Für frischen Wind in den Segeln der Sortierungsgegner dürften die Erfahrungen mit der vollautomatischen Müllsortieranlage „SORTEChnology 3.0″ sorgen. Dank neuer Technologien können dort erstmals Kunstoffverpackungen nach verschiedenen Sorten getrennt und veredelt werden. Bei Testläufen erwies sich die weltweit einmalige Anlage bisher als wenig alltagstauglich, und es kam immer wieder zu Stillständen und Ausfällen. Der Grund: zu viel Papier in den gelben Säcken. Ein regulärer Betrieb wird erst für Mitte des Jahres anvisiert. Mit der automatischen Sortierung hoffen die Betreiber des dualen Systems von der enormen Kostenlast der Müllsortierung herunter zu kommen: Die Trennung von Abfällen und Wertstoffen erfolgt bis jetzt größtenteils von Hand und schlägt mit ungefähr 1200 Euro pro Tonne zu Buche. Zum Vergleich: Die Kosten für die Müllverbrennung von einer Tonne unsortierten Hausmülls liegen nur bei etwa 400 Euro. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik in Freising kommt zu dem Schluss, dass die Müllverbrennung auch nach ökologischen Kriterien nicht viel schlechter abschneidet als die Sortierung und Wiederverwertung. So erzeugen moderne Verbrennungsanlagen dank ausgeklügelter Technik kaum Schadstoffe. Die geschätzten Kosten für das Recycling liegen für die letzten Jahre bei etwa acht Milliarden Euro. Gegner der Müllsortierung argumentieren, man hätte von diesem Geld bis zu 50 hochmoderne Müllverbrennungsanlagen errichten können.

Ralf Butscher

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