HUMOR - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Allgemein

HUMOR

In Ihrem Titelthema Humor fand ich sehr viele richtige Gedanken von den Herren Ramachandran, Flamson, van Hoof und Frau Zimmermann und anderen. Allerdings fehlte die alles zusammenfassende Klammer einer gemeinsamen evolutionsbiologischen Erklärung. Dabei können zwei Beobachtungen die Grundlage für eine solche Theorie liefern.

Der erste Ansatz wurde nach meiner Erinnerung bereits in den 1960er-Jahren in „Die freundliche Bestie“ (Buch von Vitus B. Dröscher, 1968, Anm.d.Red.) aufgeführt. Er besagt, dass das Blecken der Zähne ursprünglich selbstverständlich als aggressive Rückweisung von Artgenossen zu verstehen war, in sozialen Tiergruppen aber zunehmend zur Bedeutung „Tu du mir nichts, dann tue ich dir auch nichts“ und schließlich zur grundsätzlich freundlichen Geste ritualisiert wurde. Das Lächeln war geboren.

Die Entwicklung des Lachens hingegen hat eine etwas andere Entwicklung. Sie lässt sich vermutlich verstehen, wenn man zwei (menschliche) Jungen von zehn Jahren zu einem freundlichen Gerangel auffordert, aber ihnen jegliches Lachen verbietet. Es braucht nicht viel Vorstellungsvermögen, um zu erahnen, dass dieses Gerangel schnell in eine ernste Keilerei ausarten wird. Es braucht ein ständiges „Ich tu dir nichts (Ernstes), du tust mir nichts“, der ständige Blickkontakt ist aber nicht möglich. Also wird aus dem Gekeuche, das bei der Anstrengung sicher auftreten wird – möglicherweise mit einem freundlichen Gesicht, das beide Gegner zwischendurch zumindest sporadisch immer wieder sehen – nun eine akustische Unterstreichung der freundlichen Absicht.

Bei einem ernsthaften, verbissenen Kampf wird dieses Keuchen erstaunlicherweise leiser oder unterbleibt sogar weitgehend. Der unverkennbar stoßartige Charakter des Lachens lässt immer noch diesen Ursprung erkennen. Auch bei anderen Säugetieren wie zum Beispiel jungen Füchsen werden bei Balgereien ständig besondere Geräusche ausgestoßen, die offensichtlich den sozialen Charakter dieses Kampfes klarstellen.

Die beiden unterschiedlichen Bezüge des Lächelns und Lachens zum sozialen Umfeld (hier das Verhalten in der Gruppe/Herde, dort der Umgang mit Geschwistern des gleichen Wurfes) zeigen deren unterschiedlichen zeitlichen Ursprung, wobei das Lachen offenbar vor dem Lächeln entstanden sein muss. Ulrich Heemann, per E-Mail

Anzeige

„ICH BAUE AUF INDIVIDUELLE KREBSBEHANDLUNG“

Heft 7/2011

Ich staune immer wieder, dass die Medizin das viele Geld ausgibt und Symptome zu heilen versucht, anstatt die Ursachen abzuschaffen. Krebs hat jeder Mensch, denn bei jeder Zellteilung entstehen regelmäßig auch entartete Zellen (Krebszellen), die von den Fresszellen erkannt und vernichtet werden. Solange die Immunabwehr in Ordnung ist, wird ein Mensch auch nicht krank. Die Immunabwehr kann überprüft, gemessen, verbessert und unterstützt werden. Im großen Blutbild werden alle Marker angezeigt, und ein guter Arzt erkennt und erklärt den Gesundheitszustand seinem Patienten – das noch Fehlende sollte erforscht werden.

Wenn erst am Ende einer jahrzehntelangen fehlerhaften Entwicklung des Patienten für die Forschung Geld ausgegeben wird und eine Lösung für jede Krebsart gesucht werden muss, ist das falsch. Selbst wenn der Krebs dann gestoppt werden kann, bleibt der Patient den Rest seines Lebens krank, weil er Medikamente in Mengen einnehmen muss.

In der Regel sprechen die Spezialisten von Heilung, wenn der Patient die Torturen fünf Jahre lang überlebt hat – ohne Behandlung schafft er das manchmal länger und besser. Ich habe den Eindruck, dass die Ärzte im Grunde den Tod verhindern wollen – das geht aber nicht, wie wir guten Christen wissen.

Wolfgang Günther, per E-Mail

KÖRPERINTELLIGENZ

Titelgeschichte Heft 4/2011, dazu Leserbrief von E. Straub in Heft 7/2011, S. 16

Zur E-Mail von E. Straub möchte ich anmerken, dass das reflexartige Konditionieren nicht immer brauchbar ist. Den Fuß unter einen fallenden Gegenstand zu halten, ist nicht immer ein sinnvoller Weg, Schaden zu minimieren. Jeder in einer Küche tätigen Person wird eingetrichtert, die Füße vor fallenden Gegenständen in Sicherheit zu bringen. Ein scharfes Küchenmesser geht durch einen Schuh (und meistens auch durch den Fuß) wie durch Butter. Auch unter eine Pfanne mit heißem Fett, die in der Hektik des Küchenbetriebes den Weg vom Herd findet, möchte ich meine Füße nicht als „Stoßdämpfer“ halten.

Wolf Weineck, per E-Mail

UNBEKANNTE UNTERMIETER

Heft 6/2011

Gerade erst konnte man lesen, dass das egoistische Gehirn als Dickmacher entlarvt worden ist. Es fordere solange Nahrung an, bis sein Bedarf gedeckt ist, während der Bedarf des Körpers längst befriedigt ist und er die überflüssigen Kalorien speichert.

Ernst Willenbrock, per E-Mail

DER MARKT VERSTÄRKT DIE UNGLEICHHEIT

Heft 6/2011

Beim Lesen des Interviews mit Ernst Ulrich von Weizsäcker hatte ich drei Probleme.

Erstens: Um das schwerwiegende Problem der Bevölkerungsentwicklung drückte sich von Weizsäcker leider. Pro Tag wächst die Weltbevölkerung netto um eine viertel Million. Damit werden alle Ansätze zur Lösung wichtiger Probleme (Klima, Ressourcen, Überfischung et cetera) praktisch infrage gestellt. Der Hinweis auf Indien soll wohl suggerieren: Es wird sich schon von alleine lösen. Dürftig!

Zweitens: Bei globalen Problemen ist eine Pro-Kopf-Größe oder eine prozentuale, auf die Bevölkerung bezogene Größe sinnlos. Das Klima wird vom absoluten CO2-Ausstoß beeinflusst, da kann zum Beispiel Luxemburg ruhig einen 100-fach höheren Pro-Kopf-Ausstoß haben als China. Das gilt auch für die anderen globalen Probleme. Die Forderung nach einheitlichem Pro-Kopf-Ausstoß oder -Verbrauch erscheint moralisch geboten, ist aber unrealistisch.

Drittens: In Deutschland gibt es eine große Fülle von Instituten (für Klima, Ressourcen, Wirtschaft, Frieden und so weiter) und Lehrstühlen (unter anderem für Verkehrspsychologie – sicher ist der Straßenverkehr gemeint) zu gesellschaftlich mehr oder weniger relevanten Themen. Mir erschließt sich nicht, welchen realen Nutzen diese vielen gut bezahlten Forscher der Gesellschaft bringen. Auch eine erhebliche Ressourcenverschwendung! Immerhin soll es sich angeblich um Wissenschaft handeln. Mein Vorschlag: Es fehlen noch Lehrstühle für „Experimentelle Theologie“ und „Burn-out-Probleme bei Nachtwächtern“.

Dr. Dankwart Schmidt, per E-Mail

MUND-DESINFEKTION MIT STROM

bdw-Nachrichten, Heft 6/2011

Das vorgestellte Verfahren ist interessant, scheint aber noch nicht praxisreif, denn die klinische Erprobung hat offensichtlich noch nicht stattgefunden. Für den im Foto (S. 10 oben, Anm.d.Red.) dargestellten Fall empfehle ich zur Keimreduzierung die Extraktion des Zahnes 28 (der Zahn rechts vom Implantat). Er weist eine tiefe Karies auf, die eine Peri-Implantitis begünstigt. Außerdem steht er nicht in Funktion (fehlender Antagonist, Gegenzahn 38) und ist bereits elongiert, aus dem Kiefer herausgewachsen.

Dr. med. dent. Michael Burow, per E-Mail

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Dossiers

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Lip|pen|blüt|ler  〈m. 3; Bot.〉 Angehöriger einer Familie der Tubiflorae, krautige Pflanzen u. Halbsträucher mit vierkantigem Stängel u. stark dorsiventralen Blüten: Labiatae; Sy Labiate ... mehr

Nord|see|gar|ne|le  〈f. 19; Zool.〉 Garnele der Nord– u. Ostsee: Crangon crangon

Blei|aze|tat  〈n. 11; unz.; Chem.〉 giftiges Bleisalz der Essigsäure; oV 〈fachsprachl.〉 Bleiacetat; ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige