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Allgemein

Im grünen Genlabor

Gentechnik in unserem täglichen Brot. Der Streit über Sinn und Unsinn von gentechisch manipulierten Lebensmitteln schlägt große Wellen. Da helfen Bücher, die Fakten von Fiktionen trennen.

Die „grüne Gentechnik“, hat es schwer. Während die „rote Gentechnik“- der Einsatz gentechnischer Methoden in der Medizin – in der Öffentlichkeit immer mehr akzeptiert wird, sehen die meisten die Pflanzen-Gentechnik unverändert kritisch. Grund für den Meinungsumschwung bei der einst heiß umkämpften roten Gentechnik ist die persönliche Erfahrung vieler, daß gentechnische Verfahren in Pharmazie und Medizin tatsächlich helfen können. Die Vorteile der Gentechnik in der Landwirtschaft liegen dagegen nicht so offen auf der Hand. Die Streitpunkte reichen von möglichen Risiken für die Gesundheit über unkontrollierbare ökologische Konsequenzen bis hin zu der grundsätzlichen Frage über den Sinn und Unsinn von gentechnischen Züchtungsergebnissen: Brauchen wir Anti-Matsch-Tomaten, dauerfrisches Weißbrot, Erdbeeren mit eingebautem Gefrierschutz oder blaue Nelken?

Drei von vier Bundesbürgern, das ergab die jüngste Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung im Jahr 1998, lehnen Produkte aus dem grünen Genlabor strikt ab. Trotz allen Argwohns: Es ist abzusehen, daß gentechnische Methoden in der Landwirtschaft in Zukunft eine große Rolle spielen werden.

Wer sich einen Überblick über derzeitige und künftige Einsatzgebiete der Gentechnik bei der Nahrungsmittelherstellung verschaffen will, dem sei das Buch Geheime Rezepte des Wissenschaftsjournalisten Bernhard Epping empfohlen. Auf breiter Basis informiert es darüber, wie die grüne Gentechnik unser Essen verändert. Epping berichtet von Rindern mit menschlichen Genen und was man sich von ihnen erhofft. Kritisch betrachtet er die Versprechungen der Gentechniker, für mehr Umweltschutz zu sorgen oder gegen den Hunger in der Welt anzugehen. Er schildert den Streit um Gensoja und stellt zusammen, wie gentechnisch veränderte Mikroorganismen – heimlich – schon heute dafür sorgen, daß uns so manches Produkt der Lebensmittelindustrie besser schmeckt. Epping will mit seinem Buch aufklären. Das gelingt ihm mit seiner verständlichen, auf jegliches molekularbiologische Kauderwelsch verzichtenden Darstellung. Epping bleibt stets wohltuend sachorientiert, so daß sich der Leser aufgrund von Fakten eine eigene Meinung bilden kann.

Das Ziel, Fakten und Daten zu beschreiben, um dem Leser Entscheidungshilfen bei kritischen Fragen zur grünen Gentechnik zu geben, verfolgt auch Richard Fuchs, Autor von Gen Food . Er bietet dem Leser zwar eine Fülle interessanter Detailinformationen, bemüht sich jedoch in Textkonzeption und Schreibstil nur wenig um straffende Klarheit und lesernahe Verständlichkeit. Fuchs läßt von Anfang an keinen Zweifel an seiner persönlichen Einstellung zum Thema: Das macht es dem Leser schwer, sich eine sachlich fundierte Meinung zu bilden. Die im Buch genannten genmanipulierten „Betunien“ (statt Petunien; die ersten, in Deutschland freigesetzten gentechnisch veränderten Organismen) mögen ein bedauerlicher Druckfehler sein, der jedoch im Gesamtkontext wenig vertrauensfördernd wirkt.

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Einen leicht verständlichen Überblick über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten grüner Gentechnik erlaubt das Buch Gentechnik im Alltag . Die Wissenschaftsjournalistinnen Ellen Norten und Angela Lindner erklären zunächst, was Gentechnik ist und wie sie sich entwikkelt hat. Dann beschreiben sie, wie grüne Gentechnik funktioniert, wo sie uns begegnet und welche Risiken damit einhergehen. Zwei weitere Kapitel informieren kompetent über die Möglichkeiten der modernen Biotechnologie, der sogenannten „grauen Gentechnik“, und die Chancen und Risiken der Gentechnik in der Medizin. Ein gentechnisches Wörterbuch, das wichtige Begriffe der molekularbiologischen Fachsprache verständlich macht, rundet den gelungenen Band ab.

Gen-Food

Bernhard Epping Geheime Rezepte Hirzel Verlag 1997, DM 42,-

Richard Fuchs Gen Food Ullstein Verlag 1997 DM 16,90

Ellen Norten, Angela Lindner Gentechnik im Alltag vgs Verlagsgesellschaft 1997, DM 34,-

Claudia Eberhard-Metzger

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