Impfung gegen Blutkrebs - wissenschaft.de
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Impfung gegen Blutkrebs

Was bei Grippeviren wirkt, könnte bald auch helfen, Krebszellen zu vernichten. So wie Impfungen das Immunsystem anregen, gegen Krankheitserreger vorzugehen, können weiße Blutkörperchen auch dazu gebracht werden, Krebszellen als Feinde zu erkennen. Prof. Ronald Levy vom University Medical Center in Stanford, USA, hat es geschafft, das Immunsystem gegen eine bestimmte Form von Blutkrebs zu mobilisieren, das B-Zell-Lymphom.

B-Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen, die Antikörper produzieren. Wenn sie sich unkontrolliert vermehren, kommt es zu Leukämien oder Lymphomen. Die bei jedem Patienten unterschiedlichen Antikörper auf den Lymphomzellen können solche entarteten B-Lymphozyten dem Immunsystem verraten.

Um die Abwehrtruppe optimal zu aktivieren, produziert Ronald Levy für jeden seiner Patienten einen maßgeschneiderten Impfstoff. Er vermehrt die Antikörper von dessen B-Zell-Lymphomen im Labor und koppelt sie an ein großes Eiweißmolekül, das die Immunzellen stimuliert. 27 von 32 Blutkrebspatienten (84 Prozent), die mit dem Eiweiß-Doppelpack geimpft wurden, lebten noch durchschnittlich acht Jahre nach der Diagnose. Von 260 Patienten, die auf herkömmliche Weise behandelt wurden, überlebten den gleichen Zeitraum nur 45 Prozent.

„Leider haben wir bislang kein Pharma-Unternehmen gefunden, das sich für die Weiterentwicklung der Methode interessiert“, bedauert Levy. Für Firmen sei der Ansatz, einen persönlichen Impfstoff herzustellen, wirtschaftlich nicht so attraktiv wie das Motto „einer für alle“.

Nicola Siegmund-Schultze

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