Jay Belsky - wissenschaft.de
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Jay Belsky

Der vehemente Kritiker der Kinderkrippen Jay Belsky wehrt sich.

bild der wissenschaft: Herr Professor Belsky, Sie arbeiten als Direktor des Institute for the Study of Children, Families and Social Issues der University of London. Sind Sie der Schwarzseher vom Dienst, wenn es um Kinderkrippen geht?

Belsky: Man muss zwischen meiner Position und der Darstellung meiner Position unterscheiden. Weil ich bereit bin, auch über schlechte Nachrichten zu sprechen, ohne drum herum zu reden, sagen Journalisten: Aha, er ist gegen Kinderkrippen. Ich werde als der Anti-Christ der Kinderbetreuung porträtiert.

bdw: Und wofür oder wogegen sind Sie nun wirklich?

Belsky: Ich bin nicht gegen Kinderkrippen. Ich bin einer der Wissenschaftler, der sie untersucht. In meiner allerersten Veröffentlichung dazu habe ich argumentiert: Allen Befürchtungen fehlt die empirische Basis. Das war 1978. Als ich meine Meinung 1986 in mancher Hinsicht geändert habe, geschah das nicht, weil ich etwas gegen Kinderkrippen gehabt hätte, sondern weil sich die Beweislage geändert hatte. Ich bin wie der Wettermann: Wenn seine Daten sagen, es wird regnen, sagt er: Es wird regnen. Da sagt niemand: Er hat etwas gegen die Sonne. Aber wenn ein Forscher feststellt, dass längere Zeiten in der Kinderkrippe mit Aggressionen und Ungehorsam einhergehen, ist er angeblich gegen Kinderkrippen. Das ist Unsinn.

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bdw: Und warum sagen Ihre Mitforscher das nicht genauso?

Belsky: Als die Ergebnisse bekannt wurden, galten sie auf einmal als Belskys Ergebnisse. Es waren aber die Ergebnisse der NICHD-Studie, und die trägt unser aller Namen. Aber dann machten sich auf einmal viele Koautoren Gedanken, welche Gefühle die Ergebnisse bei arbeitenden Müttern auslösen werden. Mein Argument ist: Wir sind keine Therapeuten. Unser Job ist es, die richtigen Fragen zu stellen, Antworten zu finden und die Antworten mitzuteilen. Mag die Welt damit machen, was sie will.

Jochen Paulus

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