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Kritischer Klamottenkonsum in Deutschland

Kleidung ist zur Wegwerfware verkommen

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Weg damit... (Foto: luanateutzi/fotalia.com)
Ein paar Mal getragen und dann schon weg damit: Eine Umfrage belegt den oft verschwenderischen Umgang vieler deutscher Verbraucher mit Kleidung. Statt nicht mehr Gewolltes zu tauschen oder zu verkaufen, werfen wir es einfach weg. Dies geht zu Lasten der Umwelt, prangert Greenpeace an.

Wer schick sein will, sorgt für hohen Durchsatz im Kleiderschrank: In Deutschland werden Klamotten und Schuhe oft verschwenderisch schnell wieder aussortiert und landen dann im Müll. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter 1011 Personen zwischen 18 und 69 Jahren, die Greenpeace beim Institut Nuggets in Auftrag gegeben hat. „Mode ist zum Wegwerfartikel verkommen und genauso kurzlebig wie Plastiktüten oder Einweg-Geschirr. Das geht zu Lasten der Umwelt und Gesundheit, denn die Kleidung wird mit Hunderten giftiger Chemikalien produziert“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace.

Modische Wegwerfartikel

Im Detail zeichnete sich bei der Umfrage ab: In deutschen Kleiderschränken stecken hochgerechnet etwa 5,2 Milliarden Kleidungsstücke. Rund vierzig Prozent davon tragen ihre Besitzer allerdings sehr selten oder nie. Entsprechend wird auch schnell aussortiert, was bei Schuhen besonders deutlich wird: Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr lang. Ein Grund: Kleidung muss nicht mehr lange halten, sondern vor allem den schnell wechselnden Trends folgen, so Greenpeace. Knapp zwei Drittel der Verbraucher sortiert Kleidung aus, wenn sie ihnen nicht mehr gefällt beziehungsweise schlicht Platz im Schrank geschaffen werden muss. Dies spiegelt sich auch in einem weiteren Ergebnis wider: Etwa die Hälfte der Deutschen hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Über die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen war zudem auch noch nie bei einem Schuster.

Letztlich landen dann viele oft tadellose Kleidungsstücke auf dem Müll oder in der Kleidersammelbox, ergab die Befragung. Das Verkaufen oder Tauschen von gebrauchten Klamotten ist bei Deutschen hingegen noch immer unüblich: 83 Prozent der Deutschen haben noch nie Kleidung getauscht, zwei Drittel noch nie welche verliehen und über die Hälfte hat noch nie Kleidung verkauft, so das Ergebnis. Am ehesten geben die Deutschen noch Kleidung im Bekanntenkreis weiter. „Um den Kleiderkonsum zu drosseln, müssen die einfachen Alternativen Tauschen und Teilen zur täglichen Routine werden wie Zähneputzen“, sagt Brodde. „Angebote dafür gibt es genug – sei es die Tauschbörse im Internet, der Flohmarkt oder die Kleidertauschparty um die Ecke.“

Nachhaltigkeit im Kleiderschrank

Eigentlich scheinen viele Verbraucher beim Thema Kleidung durchaus umweltbewusst eingestellt zu sein: Sie wünschen sich mehr Nachhaltigkeit auf Seiten der Textilfirmen. Einige Firmen haben darauf auch bereits reagiert: Von H&M über Adidas bis Lidl wollen sich 32 Firmen für giftfreie Kleidungsproduktion einsetzen. Greenpeace zufolge sind nun allerdings auch die Verbraucher selbst gefragt. Das Motto heißt dabei: Reparieren statt wegwerfen, Gebrauchtes kaufen und wenn neu, dann zertifizierte Mode statt billiger Massenware. Nur so kann die Vergiftung der Wasserressourcen vor allem in den asiatischen Produktionsländern gestoppt werden, betont Greeenpeace.

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Quelle: Greenpeace

© natur.de – Martin Vieweg
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