Klein, schnell und giftig - wissenschaft.de
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Allgemein

Klein, schnell und giftig

Die Diplompsychologin SVENJA TJHEN leitet das Projekt Spinnenphobie an der Universität Tübingen.

Warum haben viele Menschen Angst vor Spinnen? Die Tiere sind doch eigentlich ganz harmlos.

Wir orientieren uns am Verhalten unserer Familie und der Umgebung – und Angst lernen wir besonders schnell von anderen. Das Modelllernen spielt hier also eine wichtige Rolle. Zudem sind wir genetisch vorprogrammiert, auf bestimmte Tiere leichter mit einer Phobie zu reagieren, zum Beispiel auf die kleinen, schnellen und auch potenziell giftigen Tiere. Das hat evolutionsbedingt eine Berechtigung: Der Körper wird dadurch schnell in Fluchtbereitschaft versetzt.

Was passiert im Gehirn eines Phobikers, wenn er eine Spinne sieht?

Die Amygdala, die wesentlich an der Entstehung von Angst beteiligt ist, wird unglaublich stark und schnell aktiviert, noch bevor die Information das Großhirn erreicht. Die Angst ist also schon da, bevor der Phobiker die Chance hat, das Geschehen zu rationalisieren.

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Warum sind so viele Spinnenphobiker Frauen?

Darüber lässt sich nur spekulieren. Grundsätzlich haben Frauen häufiger Angststörungen als Männer. Ängstlichsein wird dem weiblichen Geschlecht eher zugestanden und löst beim Mann sogar ein Helfersyndrom aus.

An der Universität Tübingen wird Spinnenangst allein durch Imaginationsübungen therapiert, eine Spinne bekommen die Phobiker nicht zu Gesicht. Wie funktioniert das?

Die Probanden entwickeln Angst, Erregung oder Unbehagen, obwohl sie sich die Spinne nur vorstellen. Die Emotionen sind die Voraussetzung dafür, dass der Körper umlernen kann. Er lernt, dass die Angst nicht ins Unermessliche steigt, sondern ab einem gewissen Grad langsam wieder abnimmt.

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