Krieg im Blut - wissenschaft.de
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Krieg im Blut

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Foto: SXS
Sie zählen zu den ältesten indo-europäischen Völkern. In einer einzigartigen Sonderausstellung – mit über 1000 Funden aus bulgarischen Museen – dokumentiert die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Geschichte und Kultur der Thraker.

Wenn sie nicht so zerstritten wären, meinte der griechische Geschichtsschreiber Herodot im 5. Jahrhundert v.Chr., dann wären die Thraker das wohl mächtigste Volk der Erde. Doch Kampfeslust und Kühnheit bestimmten ihr Wesen. Als Bündnispartner heiß begehrt, fochten sie im Peloponnesischen Krieg an der Seite Athens, stellten sich im Trojanischen Krieg gegen die Griechen und schlugen sich im Heer Alexanders des Großen. Auch Spartacus – der gefürchtete Gladiator und Anführer des gleichnamigen Sklavenaufstandes – war ein Thraker. Den wohl besten Einblick in ihre Kampfeskunst gibt das im Dezember 2000 entdeckte Fürstengrab im bulgarischen Aleksandrovo, 23 Kilometer südöstlich von Sofia. Die 2400 Jahre alten Fresken an den Wänden zeigen Reiter in bunten Stoffgewändern, kunstvoll geschmückte Pferde und Fußsoldaten, die sich mit Lederhelmen, runden Schilden und dicken Speeren in den Zweikampf stürzen. Daneben wird eine andere Leidenschaft der Thraker gezeigt: die Jagd. Selbst Göttersohn Zalmoxis beteiligt sich daran und setzt mit drohender Axt einem Eber hinterher. Im Gegensatz zu seinen menschlichen Gefährten ist er nackt dargestellt.
Alle fünf Jahre, so berichtet Herodot, schickten die Thraker einen Boten zu Zalmoxis, um ihm die Bitten und Wünsche der Menschen zu überbringen. Ob die Reise ins Jenseits gelang, hing vom göttlichen Wohlwollen ab: Der Bote wurde in die Luft geschleudert, sodass er auf drei gezückte Speere fiel. Wenn er starb, glaubten die Thraker, ihr Flehen sei erhört worden. Wenn er überlebte, galt er als Versager – und ein neuer Bote wurde auserwählt.
Den Tod selbst fürchteten die Thraker nicht. Vielmehr feierten sie, dass der Verstorbene die Ängste und Sorgen des Lebens hinter sich gelassen hatte. Das Neugeborene hingegen wurde beklagt – schließlich standen ihm alle Hürden und Entbehrungen noch bevor.
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