Lesen macht glücklich - wissenschaft.de
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Lesen macht glücklich

Kein Kommunikationsmittel wurde je so rasch in den Markt getragen wie das Internet samt seinem einfachen Zugang durch das World Wide Web. Das hat drei wichtige Gründe. Erstens akklamierten auch althergebrachte Medien dem neuen Kommunikationspfad: Ob Fernsehsender, Tageszeitungen, Zeitschriften, Pressestellen – wer auf sich hält, hat seine Internet-Adresse längst in der Nähe des Firmenlogos plaziert. Zweiter Grund ist die tolle Chance, mit jedem anderen Nutzer dieses Mediums direkt und weltweit in Kontakt treten zu können. Drittens ist ein Internet-Zugang preiswert. Wer einen Computer besitzt, kann für wenig Geld surfen und e-mailen. Und wer einen Computer am Arbeitsplatz hat, zahlt oft noch nicht einmal die Online-Gebühren. Dennoch: Die Mehrzahl der Deutschen, Schweizer und Österreicher sind noch keine Internet-Fans. Viele fällen Urteile wie: „Das Internet leistet der Kriminalität Vorschub.“ Oder: „Das Internet macht einsam.“ Diese und weitere Vor(?)-Urteile haben unsere bdw-Analysten um den Redakteur für Neue Medien, Bernd Müller, für dieses Heft überprüft. Ich denke, sie sind auf ihrer Suche nach der Wirklichkeit weit gekommen. Die Analyse finden Sie auf den Seiten 30 bis 40. Bereichert wird unsere Berichterstattung über das Internet durch ein Portrait meines Kollegen Reiner Korbmann über den Schöpfer des WWW, Tim Berners-Lee (ab Seite 52).

Edith Cresson macht Kummer. Die französische EU-Kommissarin für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung steht im Verdacht, politischen Freunden lukrative EU-Jobs zugeschustert zu haben. Ein Mißtrauensantrag im Europäischen Parlament, der ihre Demission zur Folge haben sollte, wurde im Januar abgelehnt. Weil die promovierte Agrarwissenschaftlerin die Geschicke der europäischen Forschungsförderung weiterhin erheblich mitbestimmt, veröffentlichen wir das bdw-Interview mit Ihr just in dem Wortlaut, wie es vor dem Hochkochen der Affäre geführt wurde. Der Inhalt ist ein erneuter Beleg, wie schwerfällig die Fünfzehner-Gemeinschaft agiert, wenn es darum geht, Weichen für die Zukunft zu stellen: „Aufbruch made in Europe“ (auf den Seiten 78/79).

Für Thomas A. Friedrich war das Interview mit Cresson der Einstand bei bild der wissenschaft. Er berichtet für Sie von nun an monatlich, was die europäische Forschung bewegt (Journal Europa auf Seite 80). Die Aufgabe für Friedrich, ein lesenswertes journalistisches Produkt zusammenzustellen, ist keineswegs einfach: Allzugern flüchten sich etliche EU-Forschungsstrategen in wortreiche Leichter hat es da Désirée Karge, deren US-Journal (Seite 41) zeitgleich mit dem Journal Europa beginnt. Sie lebt im sonnigen Sunnyvale, inmitten des schillernden Silicon-Valley und der berauschenden kalifornischen Universitätslandschaft. Karge braucht gleichsam nur vor die Haustür zu treten, um Storys über und aus der Forschung zu finden, die auch Mitteleuropäer ansprechen.

Was Europäer – gerade auch die in Brüssel – von den Amerikanern lernen können, ist Nonchalance. So nahm sich der Präsident der weltberühmten Stanford University die Zeit, um Désirée Karge für ein Kurzinterview zur Verfügung zu stehen. Daß Europäer amerikanische Gepflogenheiten durchaus übernehmen können, offenbart der Stanford-Chef selbst: Gerhard Casper stammt aus Hamburg.

Eine Garantie zum Glücklichsein kann Ihnen auch bild der wissenschaft nicht geben. Nach Lektüre unserer Titelgeschichte (ab Seite 58) wissen Sie aber zumindest, was im Gehirn abläuft, wenn jemand Glück empfindet, welche Nationen sich glücklicher fühlen als wir Deutschen und warum Menschen, die lesen, glücklicher sind als Lesemuffel. Glückauf!

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Wolfgang Hess

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Wissenschaftslexikon

Spring|maus  〈f. 7u; Zool.〉 Angehörige einer Gruppe der Springnager mit stark verlängerten Springbeinen u. langem Balancierschwanz: Jaculinae

Tat|mehr|heit  〈f. 20; unz.; Rechtsw.〉 Verletzung mehrerer Strafgesetze durch verschiedene Handlungen; Sy Realkonkurrenz; ... mehr

fes|ti|vo  〈[–vo:] Mus.〉 feierlich, festlich (zu spielen); Sy festoso ... mehr

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