Mahlzeit für Schwarzes Loch - wissenschaft.de
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Mahlzeit für Schwarzes Loch

Eine gewaltige Gaswolke wird nächstes Jahr dicht an dem Schwarzen Loch vorbeifliegen, das im Mittelpunkt unserer Milchstraße sitzt. Es hat die Masse von vier Millionen Sonnen, muss jedoch trotz seiner gewaltigen Anziehungskraft zurzeit hungern, weil es seine Umgebung leer gefressen hat. Doch jetzt kommt Nachschub. Mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile hat ein internationales Astronomenteam, das seit 20 Jahren das Galaktische Zentrum regelmäßig beobachtet, eine Wolke aus Staub und ionisiertem Gas entdeckt.

„Die Vorstellung, dass Astronauten im Einzugsbereich eines Schwarzen Lochs lang gezogen werden wie Spaghetti, ist ein häufiges Thema in der Science-Fiction. Doch genau das beobachten wir nun in der Realität“, erklärt der Leiter des Teams Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München. „Diese Wolke wird nicht überleben.“

Sie besitzt ungefähr die dreifache Erdmasse und eine Temperatur von etwa 280 Grad Celsius. Ihre Geschwindigkeit hat sich in den letzten acht Jahren mehr als verdreifacht und beträgt zurzeit über 1700 Kilometer pro Sekunde. Die Wolke wird im Sommer 2013 nur 36 Lichtstunden am Galaktischen Zentrum vorbeirasen – haarscharf für astronomische Verhältnisse. Die Distanz entspricht nicht einmal dem Zehnfachen der Entfernung von Erde und Neptun beziehungsweise dem 3100-fachen Radius des supermassereichen Schwarzen Lochs. Dabei wird sie erhitzt und von den Gezeitenkräften zerrissen – ein Vorgang, den die Astronomen bereits in den Anfängen nachweisen können. Ein Teil des Gases wird wohl Röntgenstrahlung abgeben und ins Schwarze Loch stürzen.

Die Gaswolke stammt sehr wahrscheinlich von einem der massereichen jungen Sterne in der Umgebung. Solche Wolf-Rayet- und O-Sterne haben starke Sternwinde und blasen einen Teil ihrer Hülle ins All.

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