Malaria: Gefährliche Urlaubsfracht - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Allgemein

Malaria: Gefährliche Urlaubsfracht

Malaria begleitet die Menschheit mindestens seit Bestehen der ersten Hochkulturen. Das bezeugt die DNA des Erregers Plasmodium falciparum, die in über 3500 Jahre alten ägyptischen Mumien nachgewiesen wurde. Heute gilt das „Sumpffieber“ dank einer Vielzahl verfügbarer Medikamente als zuverlässig heilbare Krankheit. Trotzdem werden auch in Deutschland jedes Jahr noch einige Hundert Erkrankungen gemeldet.

Ursache ist fast immer ein Aufenthalt in den tropischen Gebieten Afrikas, Südamerikas oder Asiens, wo der Erreger sehr häufig ist. Wer eine entsprechende Reise plant, sollte möglichst schon sechs Wochen vor Beginn einen tropenmedizinisch ausgebildeten Arzt aufsuchen. Die Beratung durch den Fachmann ist wichtig, weil dieser – im Gegensatz zum Hausarzt – über die aktuellen Verbreitungszonen der Erregertypen und ihre jeweiligen Resistenzen informiert ist.

Welche Vorsorge-Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom persönlichen Gesundheitszustand ab. Manchen Reisenden wird der Arzt empfehlen, vor Ort regelmäßig vorbeugende Medikamente einzunehmen. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem erregerspezifische Wirkstoffe wie Mefloquin und Atovaquon und das Breitbandantibiotikum Doxycyclin. Durch Malaria-Prophylaxe kann das Risiko einer Erkrankung um bis zu 90 Prozent gesenkt werden, sie ist aber oft mit Nebenwirkungen verbunden. Kommt es doch zur Erkrankung, müssen stärkere Wirkstoffe wie Chinin und Artemisinin eingesetzt werden. Doch nach wie vor gilt: Der wirksamste Schutz ist das Mückennetz. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin rät dazu, sich abends und nachts nicht im Freien aufzuhalten und tagsüber mückenabweisende Mittel zu verwenden.

Trotzdem kommt es auch in Deutschland immer wieder zu Todesfällen. „Das liegt meist daran, dass die Malaria nicht rechtzeitig erkannt wird“, beklagt Dennis Nurjadi, Mitarbeiter am Kompetenzzentrum Tropenmedizin in Tübingen. Die Symptome der Malaria – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost – ähneln denen einer gewöhnlichen Infektionskrankheit. Sie können selbst noch Monate nach dem Mückenstich einsetzen und ohne Behandlung innerhalb weniger Tage zum Tod führen. mb

Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

In|fek|ti|ons|krank|heit  〈f. 20; Med.〉 durch Infektion hervorgerufene Krankheit

Au|dio|file  〈[–fl] m. 6; IT〉 Datei unterschiedlichen Formats, die digitalisierte Töne enthält, z. B. als Geräuschkulisse für Computerspiele [<lat. audire ... mehr

Psy|cho|the|ra|pie  〈f. 19〉 Krankenbehandlung (bei Neurosen, psychischen Fehlleistungen usw.) durch seelische Beeinflussung

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige