Masern-Impfung dringend empfohlen - wissenschaft.de
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Masern-Impfung dringend empfohlen

Das Robert-Koch-Institut, das Deutsche Grüne Kreuz und die Hersteller von Impfstoffen blasen zum Angriff auf die Masern. Von ihrem Erfolg sind sie überzeugt.

„Wir wollen die Masern eliminieren. Durch konsequente Impfungen können wir dieses Ziel auch erreichen.“ Dr. Wolfgang Kiehl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Robert-Koch-Institut, ist sich seiner Sache sicher. Meist werden Masern als harmlos unterschätzt. Nur wenige Menschen wissen: Die Krankheit beschränkt sich nicht auf Fieber, Halsweh und juckenden Ausschlag. Es kann auch zu schweren Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnhautentzündung kommen. Von 10000 Kindern mit Masern bekommen 10 eine Enzephalitis. Zwei bis drei dieser Kinder bleiben ihr Leben lang geschädigt. Voraussetzung für die wirksame Bekämpfung der Masern ist die Erhebung von Daten zu aktuellen Erkrankungen. Um Ärzte zur Mitarbeit zu motivieren, gingen die Arbeitsgemeinschaft Masern und das Deutsche Grüne Kreuz deshalb kürzlich mit ersten Ergebnissen ihrer repräsentativen Masern-Stichprobe an die Öffentlichkeit. Danach bekamen Kinder die Masern am häufigsten in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Sie waren zwischen ein und vier Jahre alt und meistens nicht geimpft. Nur 8,7 Prozent der Erkrankten waren älter als 14 Jahre. 86,5 Prozent der Infizierten waren nicht geimpft, darunter alle Kinder im ersten Lebensjahr. Nicht geimpfte Einjährige leben demnach mit dem größten Masernrisiko. Allerdings: Immerhin 13,5 Prozent der beobachteten Patienten waren trotz Impfung an Masern erkrankt. Da nach der ersten Impfung durchschnittlich etwa fünf Prozent der Kinder keine Antikörper bilden, sieht der Impfkalender eine zweite Impfung im fünften bis sechsten Lebensjahr vor. Die Datengrundlage dieser „ Sentinel-Surveillance“ – nach dem lateinischen Begriff für Wachposten und dem französischen für Überwachung – bildeten ärztliche Meldebögen. Zwischen Oktober 1999 und Februar 2000 erfaßten die Mediziner 208 Fälle von klinischem Masernverdacht. Obwohl die teilnehmenden Ärzte nicht statistisch ideal auf alle Bundesländer verteilt waren, erlaubte das Masern-Sentinel die oben beschriebenen Aussagen. Alle drei Monate will die Arbeitsgemeinschaft Masern künftig die neuesten Erkenntnisse veröffentlichen. Dann soll es auch eine Hochrechnung der Krankheitszahlen geben. Diesmal erschien das wegen der Kürze des Erfassungszeitraums noch nicht sinnvoll.

Sonja Hübner

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