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medinfo Schwerpunkt: Impotenz – Mit Nachhilfe wieder lieben nach Lust

Erektionsstörungen passen nicht ins Bild vom standhaften Mann, Betroffene fürchten, sich zu blamieren oder die Partnerschaft zu belasten. Die Furcht vor dem Härtetest macht es dann noch schwerer, nach Lust zu lieben. Doch den meisten Männern kann heute geholfen werden. Niemand sollte also lange warten, bis er das Problem einem Arzt schildert. Er ist nicht allein: Jeder zweite Mann über 40 Jahre hat zumindest zeitweise Probleme mit seiner Potenz.

60 Prozent der Erektionsstörungen sind durch organische Erkrankungen mitbedingt (siehe Grafik unten), bei 40 Prozent stecken psychische Probleme dahinter, vor allem Streß. Meist wirken seelische und körperliche Faktoren zusammen, sagt Privatdozent Dr. Michael Sohn von der Urologischen Klinik am St.-Markus-Krankenhaus in Frankfurt am Main. Psychotherapeutische Hilfe und neue Medikamente helfen, den Teufelskreis aus Angst und tatsächlichem Versagen zu durchbrechen: 70 Prozent der Patienten erleben Sexualität nach einer Therapie wieder positiv.

Bevor sie sich aber auf Medikamente und Operationen einlassen, nehmen viele Männer das Problem selbst in die Hand. Ein Mittel ist die Vakuumpumpe. In einem über den Penis gestülpten Plastikzylinder wird Unterdruck erzeugt: Blut schießt in den Penis, das Glied versteift sich. Bei einer Erfolgsquote von 70 Prozent hat die Methode aber auch Nachteile. Die Erektion beginnt nicht an der Penisbasis, „das Glied baumelt etwas“, sagt Sohn, „nicht jedermanns Sache“ – genausowenig wie das Einbeziehen der Pumpe ins Vorspiel.

Dem Wunsch nach Diskretion kommt SKAT näher, die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie. Man spritzt sich eine Substanz in den Schwellkörper, die bewirkt, daß Blut einströmt. Prostaglandin E1 (Caverject) ist Mitte letzten Jahres als bislang wirksamstes und nebenwirkungsärmstes Medikament für SKAT zugelassen wor-den. Acht von zehn Männer richtet SKAT wieder auf. Zwei Prozent der Anwender aber erleben zuviel des Guten: Das Glied bleibt vier Stunden oder länger steif – ein Arzt muß helfen.

Nadelfrei ist MUSE, ein System, bei dem ein Prostaglandin-E1-haltiges Kügelchen in die Harnröhre geschoben wird. In diesem Jahr soll es in Deutschland zugelassen werden. Die Methode ist nicht ganz so wirksam wie SKAT.

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Als „revolutionäre Neuentwicklung“ bezeichnet der Hamburger Urologe Prof. Hartmut Porst die Pille Viagra. Hersteller Pfizer erwartet die Zulassung noch in diesem Jahr. Viagra soll sowohl organisch wie psychisch verursachte Potenzschwäche beseitigen. 70 Prozent der Männer sprechen darauf an. Zwei weitere Pillen für die Manneskraft (Spontane und Vasomax) könnten 1999 zugelassen werden. Als einzige Substanz in Tablettenform ist bisher Yohimbin auf dem Markt. Es hilft 30 bis 60 Prozent der Männer mit seelisch bedingten Erektionsstörungen.

Penisprothesen – wahlweise mit Klappmechnik oder Hydraulik – empfehlen manche Urologen als letzte Möglichkeit. Die Operation ist aufwendig, das Ergebnis fehleranfällig.

medinfo Kontakt

Privatdozent Dr. Michael Sohn St.-Markus-Krankenhaus Wilhelm-Epstein-Straße 2 60431 Frankfurt/M. Tel: 069 – 95332640

Prof. Hartmut Porst Neuer Jungfernstieg 6a 20354 Hamburg Tel: 040 – 346184

Gesellschaft für Sexualmedizin Beratungsstelle Arnold-Heller-Str. 12, 24105 Kiel Tel: 0431 – 5973984

medinfo Medien

Oswalt Kolle Die Liebe altert nicht Econ, Düsseldorf 1997, DM 14,90

Rasso Knoller, Bernd Mai Männersorgen im Klartext Tips bei Pannen der Potenz Ratgeberverlag, Hamburg 1997, DM 19,80

Kurt Leuze, Hanjo Schmidt Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp Gatzanis, Stuttgart 1994, DM 24,80

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Nicola Siegmund-Schultze

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