Meilensteine der Lebenswissenschaften - wissenschaft.de
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Allgemein

Meilensteine der Lebenswissenschaften

1854–66 Gregor Johann Mendel: Züchtungsexperimente mit Erbsen (Foto)

1869 Friedrich Miescher isoliert DNA aus weißen Blutkörperchen.

1880er Emil Fischer klärt erstmals die grundlegenden Strukturen von Zuckermolekülen.

1901 Hugo de Vries entdeckt die scheinbar sprunghafte Veränderung eines Gens und nennt dies „Mutation“.

1902 Walther Stanborough Sutton postuliert: Mendels Erbfaktoren befinden sich auf Chromosomenpaaren.

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1909 Wilhelm L. Johannssen führt den Begriff „Gen“ ein.

1935 Max Delbrück, Nikolai W. Timofejew-Ressowsky und Karl G. Zimmer vermuten: Gene sind „fest umrissene Einheiten eines Stoffs“ .

1944 Oswald Avery u.a. entdecken: Die DNA ist der gesuchte Stoff.

1950 Rosalind Franklin findet durch Röntgenbestrahlung heraus: Die DNA ist wie eine Schraube (Helix) geformt.

1953 James Watson und Francis Crick stellen in „Nature“ die DNA-Struktur vor: eine Doppelhelix aus zwei umeinander gewobenen Einzelsträngen. Sie bestehen aus Phosphat und Zucker (Desoxyribose), die gemeinsam das Rückgrat bilden. Daran sind vier Basen angeheftet: Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T).

1956 Francis Crick (Foto) stellt das „zentrale Dogma“ der Molekularbiologie auf: Gene (informationstragende Abschnitte auf der DNA) werden erst in RNA und dann in Proteine übersetzt.

1961 Francis Crick entdeckt die messenger-RNA: Botenmoleküle, die Information von der DNA im Zellkern ablesen und ins Zytoplasma transportieren, wo die Proteine gebildet werden.

1962 Werner Arber entdeckt Restriktionsenxzyme: Eiweißstoffe, welche die DNA an definierten Stellen zerschneiden.

1966 Entschlüsselung des genetischen Codes: Er steckt in der Reihenfolge der Basen auf der DNA.

1972 Paul Berg zerschneidet mittels eines Restriktionsenzyms DNA und verbindet diese wieder mittels DNA-Ligase (Ligasen wurden 1967 erstmals isoliert).

1973 Herbert Boyer und Stanley Cohen erzeugen mit dieser Technik ein neu kombiniertes Molekül aus der DNA eines Virus und eines Bakteriums und bringen es in Bakterien ein: die Geburtsstunde der Gentechnik .

1977 Walter Gilbert u.a. entwickeln eine leistungsfähige Methode zur DNA-Sequenzierung auf der Basis von Chemikalien statt Enzymen.

1981 Erstmals Trennung von Vermehrungs- und Differenzierungsprozess bei embryonalen Stammzellen (Foto)

1981 Erste durch Embryonenteilung geklonte Kuh, erste Klon-Maus

1982 Menschliches Insulin erhält als erstes gentechnisch hergestelltes Medikament eine Marktzulassung in den USA.

1983 Kary Mullis entdeckt die Polymerase-Ketten-Reaktion (Polymerase Chain Reaction, kurz PCR) zur Vervielfältigung von DNA (Foto oben).

1984 Das Genom des HI-Virus

(Foto rechts) wird entschlüsselt.

1986 Neal First trennt embryonale Rinderzellen in einem frühen

Stadium und erhält dadurch genetisch identische Mehrlinge (Klone).

1988 Erstes Patent auf ein Tier

(transgene Maus als Modellorganismus von Tumorkrankheiten)

1988 Prägung des Begriffs Glykobiologie (Zuckerchemie und Biochemie)

Späte 1980er Entdeckung von Genen, die für die Glykosilierung (Anheftung von Zuckern an Proteine) verantwortlich sind

1990 Internationales Humangenomprojekt: Wissenschaftler beginnen mit der Identifizierung des menschlichen Erbguts.

1995 Veröffentlichung der ersten kompletten Genomsequenz eines Bakteriums (Haemophilus influenzae)

1996 Schaf „Dolly“, das erste aus einer Körperzelle geklonte Säugetier, wird geboren (Foto).

1998 Erstmals können Forscher embryonale Stammzellen zur Differenzierung in Gewebezellen anregen.

1998 Andrew Fire und Craig Mello entdecken die Methode der RNA-Interferenz: Mit kleinen RNA-Stückchen werden Gene zum Schweigen gebracht.

1999 Pluripotente Stammzellen können in andere Zelltypen umprogrammiert werden.

1999 Das Biotechunternehmen Celera startet ein eigenes Programm zur Sequenzierung des Humangenoms.

1999 Entdeckung der N-Glykosilierung in Bakterien

Späte 1990er Peter Seeberger entwickelt einen Syntheseroboter für die Zuckerherstellung.

2000 Entschlüsselung des Genoms der Fruchtfliege

(Drosophila melanogaster)

2001 Das Medikament Erythropoetin (Epo) wird mit einem Zuckermantel umgeben, der die Wirkdauer im Körper verlängert.

2001 Vorstellung des ersten

Affen (Foto), dessen Keimbahn genetisch verändert wurde (Weitergabe an Nachkommen möglich)

2002 Genom der Maus ganz sequenziert

2003 Humangenomprojekt abgeschlossen, 99,9 Prozent der menschlichen DNA-Sequenz sind bekannt.

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Ein|stei|ni|um  〈n.; –s; unz.; chem. Zeichen: Es〉 künstlich hergestelltes chem. Element der Ordnungszahl 99 [nach dem Physiker Albert Einstein, ... mehr

Schü|ler|zahl  〈f. 20〉 Anzahl der Schüler u. Schülerinnen (einer Klasse, einer Schule, eines Jahrgangs)

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