Meist genannt: Die Marslandung - wissenschaft.de
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Meist genannt: Die Marslandung

„Was war 1997 aus Ihrer Sicht am bemerkenswertesten in Forschung und Technik ?“ wollte die bdw-Redaktion von Top-Wissenschaftsmanagern wissen. Die Antworten streuten breit. Nur die erfolgreiche Landung der Mars-Sonde Pathfinder , die das Marsmobil Sojourner aussetzte, wurde mehrfach genannt.

Die Landung der Pathfinder-Sonde auf dem Mars Dr. Hubert Markl Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, München

„Die atemberaubende Präzision dieser Landung machte die Leistungsfähigkeit unbemannter extraterrestrischer Forschung wieder einmal eindrucksvoll erkennbar. Der wissenschaftlich-technische Beitrag von Arbeitsgruppen zweier Max-Planck-Institute zum Gelingen dieser Marserkundung bewies: Unsere Grundlagenforscher können trotz begrenzter Mittel einen hervorragenden Beitrag zu einem solchen, nur in internationaler Zusammenarbeit zu verwirklichenden Forschungsunternehmen leisten.“

Prof. Hans-Jürgen Warnecke Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, München

„Die Landung der US-Mars-Sonde und der Beginn der direkten Erforschung eines Planeten unseres Sonnensystems empfand ich als bemerkenswertestes Ereignis. Das war eine außerordentliche wissenschaftlich-technische Leistung in gemeinsamer internationaler Anstrengung, die uns der Beantwortung der Frage nach Leben außerhalb der Erde näherbringt.“

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Prof. Berthold Leibinger Geschäftsführender Gesellschafter der Trumpf GmbH+Co. Maschinenfabrik, Stuttgart

„An der Mars-Mission und dem Marsmobil hat mich vor allem die Suche nach den Ursprüngen des Lebens auf diesem, in menschlichen Maßstäben, fernen Planeten fasziniert – obwohl wir bisher nicht einmal alle Geheimnisse über die Ursprünge des Lebens auf unserer Erde lüften konnten.“

Dr. Hagen Hultzsch Mitglied des Vorstandes der Deutschen Telekom AG, Bonn, Unternehmensbereich Technik Dienste

„Die US-amerikanische Marsmission sowie die Möglichkeiten der Telematik schufen die Voraussetzung, daß ich via T-Online und Internet unseren Nachbarplaneten auf meinen Schreibtisch holen und interaktiv auf dessen Oberfläche „entlangwandern“ konnte: Telepräsenz auf dem Mars.“

Dr. Werner Hlubek Mitglied des Vorstandes der RWE AG, Essen, Zentralbereich Forschung und Entwicklung

„Die Erkundung des Weltraums zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen an Wissenschaftler und Ingenieure. Gleichzeitig übt sie auf wissenschaftlich-technische Laien eine besondere Faszination aus, nicht zuletzt aufgrund der hohen und damit medienwirksamen Qualität der Bildübertragung. „Pathfinder“ ist auch ein – leider zu seltenes – Beispiel für gelungene Wissenschafts-Public Relation.“

Die Template-Polymerisation anorganischer Materialien

Prof. Werner Bauer Direktor für Forschung und Entwicklung Nestlé weltweit, Vevey, Schweiz

„Von Forschern der Mobil Oil Company wurden neuartige Tensid-Aggregate hergestellt: Zeolith-ähnliche, poröse Materialien aus regelmäßig angeordneten, nanometergroßen Röhren. Diese Strukturen eröffnen Anwendungen als Molekularsiebe, Chromatographie-Material, Katalysatorenträger, chemische und biologische Sensoren sowie bei der Aufspaltung von Aroma-Gemischen.“

Die Reform des Hochschulrahmengesetzes

Dr. Jürgen Rüttgers Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie

„Mein Top-Ereignis im abgelaufenen Jahr 1997 ist die Reform des Hochschulrahmengesetzes. Denn ich bin der Ansicht: Unsere Universitäten und Hochschulen haben jetzt alle Chancen, wieder zu international attraktiven und leistungs-orientierten „Fitness-Centern der Wissensgesellschaft“ zu werden.“

Das Kombi-Heizkraftwerk Mitte in Berlin

Prof. Kurt-Volker Boos Generalbevollmächtigter der Asea Brown Boveri AG, Mannheim, Forschungschef der deutschen ABB

„Die bemerkenswerteste technische Innovation des Jahres 1997 ist das Kombi-Heizkraftwerk Mitte in Berlin, das am 12. September von Bundespräsident Roman Herzog offiziell in Betrieb genommen wurde. Es verbindet größtmögliche Brennstoffnutzung mit geringsten Emissionen und entspricht höchsten Ansprüchen an Lärmschutz – ein technisches Meisterstück.“

Die Vorstellung des Brennstoffzellen-Fahrzeugs NeCar III

Klaus-Dieter Vöhringer Mitglied des Vorstandes der Daimler-Benz AG, Stuttgart, Ressort Forschung und Technologie

„Im September 1997 präsentierten wir der Weltöffentlichkeit das erste Brennstoffzellen-Fahrzeug mit bordeigener Wasserstoff-Erzeugung. NeCar III ist ein entscheidender Durchbruch bei der Entwicklung dieses extrem umweltverträglichen und schadstoffarmen Antriebssystems, das eines Tages den Verbrennungsmotor ablösen könnte.“

Der fünfzigmillionste Chip aus Dresden

Prof. Claus Weyrich Mitglied des Vorstands der Siemens AG, München, Leiter der Zentralabteilung Technik

„Besonders gefreut habe ich mich über die Herstellung des fünfzigmillionsten Chips in unserer Mikroelektronik-Fabrik in Dresden. Denn dies beweist, daß es möglich ist, in den neuen Bundesländern eine High-Tech-Fabrik in Weltrekordzeit aufzubauen und in kürzester Zeit erfolgreich auf Spitzenausbeute hochzufahren: eine Meisterleistung, was Genehmigungsprozedur und Bauzeit betrifft, sowie eine Meisterleistung unserer vorwiegend aus den neuen Bundesländern stammenden Mitarbeiter. Dresden ist derzeit die modernste Mikroelektronik-Fertigung Europas und der Leitstandort für die Mikroelektronik-Entwicklung von Siemens weltweit.“

Der Abschluß der Heine-Gesamtausgabe

Prof. Wolfgang Frühwald Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn

„Für mich ist das bemerkenswerteste wissenschaftliche Ereignis 1997 der Abschluß der 23 Bände umfassenden, von Manfred Windfuhr herausgegebenen Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Diese textkritisch bearbeitete und mustergültig kommentierte Edition aller deutschen und französischen Texte Heinrich Heines ist ein Gemeinschaftswerk deutscher, französischer, italienischer und amerikanischer Germanisten. Sie schufen das vermutlich für ein Jahrhundert gültige Denkmal eines großen deutschen Dichters, der – wie die ihm gewidmete Ausgabe – weltweit gerühmt und gelesen und in Frankreich noch über Goethe gestellt wird, aber in Deutschland noch immer im Exil ist.“

Erkenntnis über menschliches Erbleiden aus Bäckerhefe

Prof. Detlev Ganten Stiftungsvorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), Berlin-Buch Designierter Vorsitzender der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF)

„Kürzlich konnten junge Wissenschaftler vom MDC durch Forschungen an Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) neue Informationen über den zellulären Mechanismus der Entstehung von Cystischer Fibrose gewinnen. Ich finde es besonders eindrucksvoll, daß Erkenntnisse über die Entstehung von Erbleiden des Menschen in niederen Organismen möglich sind.“

Der Abschluß des MINOP-Projekts

Dr. Harald Stallforth Aesculap AG & Co. KG, Tuttlingen, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung

„Durch das im März 1997 abgeschlossene Projekt MINOP dürfte künftig bei Eingriffen am Gehirn die Schädigung gesunden Gehirngewebes deutlich reduziert werden: Kombination von Navigationssystemen, Miniatur-Endoskopen und -Instrumenten.“

Der Beginn des BioRegio-Programms

Dr. Stefan Marcinowski Mitglied des Vorstandes der BASF AG, Leiter der Forschung

„Der Beginn des BioRegio-Programms 1997 markiert in Deutschland eine überfällige öffentliche Kehrtwendung in bezug auf Gentechnologie und Molekularbiologie. Ich hoffe, auch die Haltung in puncto Innovation wird positiver. Denn Zukunftsgestaltung und die Lösung heutiger Probleme sind nur mit moderner Wissenschaft zu erzielen – nicht durch Konservierung alter Vorurteile.“

Hubert Markl / Hans-Jürgen Warnecke / Berthold Leibinger / Hagen Hultzsch / Werner Hlubek / Werner Bauer / Jürgen Rüttgers / Kurt-Volker Boos / Klaus-Dieter Vöhringer / Claus Weyrich / Wolfgang Frühwald / Detlev Ganten / Harald Stallforth / Stefan Marcino

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Hex|o|de  auch:  He|xo|de  〈f. 19; El.〉 Elektronenröhre mit sechs Elektroden ... mehr

Pa|ra|vent  〈[–vã] m. 6 od. n. 15〉 zusammenklappbare Wand aus mehreren, mit Stoff od. Papier bespannten, durch Scharniere verbundenen Holzrahmen; Sy spanische Wand ... mehr

Klet|ter|vo|gel  〈m. 5u; Zool.〉 kletternder Vertreter mehrerer Vogelordnungen mit je zwei nach vorn u. hinten gerichteten Zehen

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