MICHAEL ZICK BRACHTE DIE ARCHÄOLOGIE IN DIE KÖPFE - wissenschaft.de
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MICHAEL ZICK BRACHTE DIE ARCHÄOLOGIE IN DIE KÖPFE

Neugier war für Michael Zick der wichtigste Antrieb – als Journalist und als Mensch. Er scheute keine Mühen, um immer am Ort des Geschehens zu sein und sich so sein persönliches fundiertes Bild von den Dingen zu machen. Und er schätzte den direkten Kontakt mit den Archäologen, die ihm die originale, die authentische Information aus der Forschung gaben. Peru war eine seiner letzten Recherche-Reisen, bevor Michael Zick am 29. November mit nur 70 Jahren überraschend starb. Eine beeindruckende journalistische Produktion liegt hinter ihm. Nahezu vier Jahrzehnte war er für bild der wissenschaft tätig – von 1973 bis 2006 als Redakteur, bis zuletzt als leidenschaftlicher Autor. Mit enormem Fleiß hat er die Archäologie zu einem festen Bestandteil der Zeitschrift gemacht. Zu den manchmal bis zu zwölf Beiträgen pro Jahr kamen Veröffentlichungen im Tagesspiegel, der Süddeutschen, der Zeit und vielen anderen Tages- und Wochenzeitungen. Und seine Bücher: über die Archäologie der Türkei und über die hierzulande wenig bekannte Geschichte der Kulturen Perus.

Wer jemals den Versuch gemacht hat, komplizierte wissenschaftliche Sachverhalte spannend für Nicht-Experten aufzubereiten, der weiß den enormen Aufwand und die eiserne Disziplin zu schätzen, welche die Grundlagen für Zicks gelungene Artikel waren. Seine Themen umspannten den gesamten Globus. Natürlich berichtete er über die Kulturen des Mittelmeerraumes, noch mehr jedoch über die spektakulären Entdeckungen in weiter entfernten Regionen. Den Fund der frühesten Tempel der Menschheit in Nevali Çori und Göbekli Tepe in Ostanatolien, neue Grabungen in Ägypten, die Diskussion um die Bedeutung von Troja oder die spannenden Forschungsabenteuer um Ötzi, den Mann aus dem Eis, verfolgte er akribisch über lange Zeit.

Als besondere Marktlücke hatte Michael Zick die außereuropäische Archäologie entdeckt. Er berichtete über Ausgrabungen in China, in Indonesien, in Sri Lanka, in Afrika und brachte sie dem deutschen Publikum in hervorragend bebilderten Geschichten nahe. Mehrfach schrieb er über die jüngsten Entdeckungen zur Archäologie und Schriftentzifferung der Maya und über die vorspanischen Kulturen Südamerikas. Seit 1995 organisierte er Leserreisen mit hochkarätigen Wissenschaftlern und ermöglichte seinen Mitreisenden faszinierende Erlebnisse vor Ort.

Michael Zick war ein Chronist der archäologischen Forschung der letzten Jahrzehnte. Dies war die Zeit beispielloser Entdeckungen in der Archäologie, die Zeit des Eingangs naturwissenschaftlicher Methoden und Techniken in die archäologische Forschung und nicht zuletzt die Zeit des Booms der Archäologie in Museen und in den modernen Medien. Zick hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Geschichte der Menschheit in unsere Köpfe gelangt ist. Nicht immer waren die Archäologen von seinem journalistischen Stil begeistert, den er unter anderem beim „Spiegel“ erlernt hatte. Dabei waren seine Texte stets vollgepackt mit instruktiven Informationen. Gerade das war die große Herausforderung: die Brücke zwischen dem spezialisierten Wissenschaftler und dem interessierten Laien zu schlagen. Das ist ihm meisterhaft gelungen.

DR. MARKUS REINDEL ist Sprecher des Forschungsclusters I des Deutschen Archäo-logischen Instituts („Von der Sesshaftigkeit zur komplexen Gesellschaft: Siedlung, Wirtschaft, Umwelt“). Reindel (vorne) verband eine enge Zusammenarbeit mit dem Reporter Michael Zick.

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