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Allgemein

Mit einem „virtuellen Pendel“

Mit einem „virtuellen Pendel“ kann der Saarbrücker Sportwissenschaftler Hermann Müller den Lernerfolg eines Werfers in drei unterschiedlichen Komponenten beobachten. Bei diesem in den Computer verlegten Versuchsaufbau hat die Testperson einen Hebel zu betätigen. Mit ihm „wirft“ sie eine auf dem Monitor als Punkt erscheinende Kugel auf einer elliptischen Bahn um ein zentrales Hindernis herum und versucht, die Zielkugel dahinter zu treffen (unten links).

Nur zweierlei kann die Versuchsperson beeinflussen: die Geschwindigkeit des Wurfs und den Abwurfwinkel. In den Auswertungsdiagrammen (unten rechts), in denen die Geschwindigkeit gegen den Winkel aufgetragen ist – die Trefferzone ist stets weiß –, erscheint das Ergebnis in Serien zu je zehn Würfen als Punktwolke. Die Testpersonen durchlaufen eine Lernkurve und werden immer besser.

1. Die schlechten anfänglichen Ergebnisse entstehen, wenn der Werfer seine Winkel-Geschwindigkeits-Kombination so ungeschickt wählt, dass schon geringste Abweichungen von der Ideal-Kombination zum Verfehlen des Ziels führen.

2. Bessere Ergebnisse werden erzielt, wenn der Werfer gelernt hat, dass er den Abwurfwinkel ändern muss. Dann gelangt er in den Bereich, wo die Kurve der Trefferchancen sich verbreitert. Obwohl er mit der gleichen Streuung wirft wie zuvor, erzielt er mehr Treffer – er nützt jetzt die erste von drei Komponenten der Treffsicherheit („Stabilität“).

3. Der Werfer kann seine Leistung weiter verbessern, wenn er die Streuung der Punktwolke verringert. Die Streuung entsteht durch das „Rauschen“ in der Muskulatur – die unwillkürliche Aktivierung einzelner Muskelfasergruppen durch unkontrolliert feuernde Neuronen im Gehirn. Wenn der Werfer sich konzentriert und dadurch sehr viel mehr Neuronen für die Aufgabe einspannen kann – dem Calvin’schen Bild von Chor und mitsingendem Publikum entsprechend –, erzielt er die zweite Komponente, nämlich „ Rauschreduktion“. Als Ergebnis ist die Punktwolke seiner Treffer nun viel dichter.

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4. Schafft der Werfer es in der Folge, die ungewollte Abweichung der einen Größe – etwa des Abwurfwinkels – vom gewünschten Wert immer wieder geschickt durch Variation der anderen Größe zu kompensieren, heben beide „Fehler“ sich großenteils auf. Dann trifft er immer wieder ins Ziel, obwohl er den Abwurf gar nicht genau genug kontrollieren kann. Aber er hat durch Übung gelernt, stets die eine Variable so zu wählen, dass er im Endeffekt nahe am oder genau im Ziel liegt – selbst wenn ihm bei der anderen Variablen Ausrutscher passieren. Dies ist die dritte Komponente, die wiederholte Präzisionswürfe ermöglicht: „ Kovariation“.

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Mau|res|ke  〈f. 19〉 Ornament aus stilisierten Blättern u. Blüten in der islam. Kunst, Moreske [<frz. mauresque … mehr

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