Mitgliedersuche im galaktischen Club: „Zivilisationen im All" von Ulrich Walter - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Allgemein

Mitgliedersuche im galaktischen Club: „Zivilisationen im All“ von Ulrich Walter

Der Wissenschaftsastronaut Ulrich Walter ist davon überzeugt, daß es im Universum von außerirdischen Zivilisationen nur so wimmelt. Doch in der Milchstraße sind wir wahrscheinlich allein.

Existiert Leben auch auf anderen Planeten? Gibt es intelligente außerirdische Zivilisationen? Und können wir mit ihnen Kontakt aufnehmen? Schon griechische Philosophen haben vor 2500 Jahren darüber kluge Gedanken formuliert. Und letztes Jahr hat bei der NASA ein Institut mit dem bezeichnenden Namen „Astrobiologie“, an dem zahlreiche renommierte Universitäten mitwirken, seine Arbeit aufgenommen. Zur Zeit laufen außerdem international mehrere – größtenteils privat finanzierte – Suchprojekte, die den ganzen Himmel oder sonnenähnliche Nachbarsterne nach künstlichen Radio- und Laser-Signalen absuchen.

Doch die Erfolgsaussichten sind gering, meint der promovierte Festkörperphysiker und Wissenschaftsastronaut Ulrich Walter, der bei der D-2 Space Shuttle Mission 1993 selbst einige Tage lang ein Außerirdischer gewesen ist. In seinem schön bebilderten und gestalteten Buch diskutiert er die Chancen für die Entstehung von Leben und Intelligenz, von Kommunikation und direktem Kontakt vor dem Hintergrund des Wissensstandes in Astronomie, Physik, Biochemie, Biologie und Raumfahrttechnik sowie Fragen der Kognitionspsychologie und Philosophie. Seine Darstellung ist differenziert, gründlich und berücksichtigt aktuelle Erkenntnisse.

Walter plädiert dafür, daß andere Intelligenzen zwar im Universum weit verbreitet sein dürften, es jedoch sehr wahrscheinlich nicht zu einer Kontaktaufnahme kommen wird, weil es in der Milchstraße zur Zeit wohl keine andere Zivilisation gibt. Dafür spricht, daß wir bislang noch keine Besucher aus dem All empfangen haben. Wenn es viele extraterrestrische Zivilisationen in unserer Milchstraße gäbe, und wenn sie – oder von ihnen gebaute, zur Selbstreproduktion fähige Roboter – in den Weltraum vorstoßen würden, könnten sie im Verlauf etlicher Millionen Jahre die gesamte Galaxis kolonisieren, und zwar ohne exotische überlichtschnelle Antriebe.

Die Menschheit selbst steht vor der Schicksalsfrage, entweder den Weltraum zu besiedeln oder früher oder später auf der Erde unterzugehen – sei es durch eigenes Verschulden, durch Ressourcenverknappung, Umweltkatastrophen oder Meteoriteneinschläge -, davon ist Walter überzeugt. Er beschreibt die heutige und in Zukunft mögliche Raketentechnologie und nennt gute Gründe, warum ein Aufbruch ins All nicht nur nötig, sondern auch möglich ist. Doch das müssen wir wollen. „Wer mit beiden Beinen auf der Erde steht, kommt nicht vom Fleck“, heißt ein treffender Astronautenspruch.

Anzeige

Ulrich Walter Zivilisationen im All Sind wir allein im Universum? Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin 1999 284 S., DM 78,-

Rüdiger Vaas / Ulrich Walter

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung

Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Anzeige

Bücher

Wissenschaftslexikon

Geiß|blatt|ge|wächs  〈[–ks] n. 11; Bot.〉 Angehöriges einer Familie der Karden, meist Holzgewächse, mehrere Kletterpflanzen: Caprifoliaceae

Spring|na|ger  〈m. 3; Zool.〉 Angehöriger einer Familie der Nagetiere, oft mit stark verlängerten Hinterbeinen u. langem Balancierschwanz: Dipodidae

Ana|nas  〈f.; –, – od. –se; Bot.〉 1 tropische Pflanze, die in Plantagen angebaut wird: Ananas sativus 2 große Frucht der Ananas ( ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige