Mysteriöses Universum - wissenschaft.de
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Mysteriöses Universum

Die Diskussion um ein auf den Menschen zugeschnittenes Universum erscheint mir wie die Neuauflage des Streits um das geozentrische Weltbild: Wir sehen uns als Nabel der Welt!

Das unter anderem aus dem Prinzip der Selbstorganisation resultierende Leben ist eine Möglichkeit, die dieses Universum bietet. Seine Vielfalt und die extremen Bedingungen, unter denen es auf unserem Planeten blüht, lassen vermuten, dass es auch anderswo im Universum günstige Voraussetzungen zu seiner Entfal-tung vorfindet.

Bei Betrachtung des vielfach gegabelten biologischen Wegs zum intelligenten Wesen Mensch, immer am Rand des Aussterbens entlang, scheint mir der Homo sapiens allerdings eher ein Zufallsresultat als das Ergebnis zielgerichteter Entwicklung oder eines Anthropischen Prinzips. Freuen wir uns, dass das Universum uns zulässt. Aber nehmen wir uns nicht so wichtig, dass wir glauben, es sei extra für uns gebacken.

WERDEN UND SEIN

Wer sich müht, darüber nachzudenken,

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darf sich keine Pause schenken.

Eines Tages steht theoretisch fest,

dass sich jedes Universum nachbauen lässt.

Man nehme ein wenig gesegnete Erde,

spreche inbrünstig fromm: „Es werde“,

und hast du genügend Elektronenvolt noch,

entsteht daraus ein Schwarzes Miniloch.

Doch Vorsicht – und nicht erschrecken:

Es beginnt sich zu dehnen, zu recken.

Aber nur Angsthasen denken ans kühle Grab.

Mutige wissen: Es nabelt sich ab.

Schneller noch als abstruse Gedanken

ist die neue Parallelwelt entstanden.

Ein fein abgestimmtes, gleißendes Stück.

Hoffentlich lässt es ein Wurmloch zurück.

Ohne den praktischen Welt-Übergang

gäbe es einen traurigen Abgesang.

Keiner wüsste dann wirklich genau:

Entwickeln sich drüben auch Mann und Frau?

Eine Frage bleibt – trübe und trist:

Ob unsere Welt auch so entstanden ist?

Wenn ja, hatten wir großes Schwein.

Ein kleiner Fehler – und wir würden nicht sein.

Danke für (wieder einmal) eine sehr interessante Artikelserie. Aus informationstechnischer Sicht birgt die Quantengeometrie meines Erachtens noch einen weiteren interessanten Aspekt.

Wenn es nämlich stimmt, dass sowohl die Zeit als auch die Raumdimensionen alle diskret gequantelt sind, dann ist unsere gesamte Welt das, was die Informatik einen endlichen Automaten nennt. Insbesondere ist damit auch die Anzahl der verschiedenen Zustände, in denen sich das Universum befinden kann, endlich. Das heißt nichts anderes, als dass sich die Weltgeschichte ab einem bestimmten Zeitpunkt notwendigerweise wiederholen muss.

Die Frage, ob uns das All auf den Leib geschrieben ist, beantworte ich eindeutig mit Nein, denn das All war schließlich früher da als der Mensch. Also kann es nur umgekehrt sein: Wir sind an das Weltall angepasst!

Es ist die Arroganz der Menschen, sich für etwas Besonderes zu halten, und das ist die Schuld der Kirche. Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass wir für den Kosmos nicht mehr sind als Ameisen, Flöhe, Wanzen, Affen, Ratten und so weiter.

Die Konstanten sind für mich deshalb so widersprüchlich, weil wir das richtige Maßsystem in der Physik noch nicht gefunden haben. Das ist auch nicht verwunderlich, denn schließlich haben wir die Mehrzahl unserer Konstanten willkürlich festgelegt, weil wir es nicht besser wissen konnten. So kompliziert, wie es unsere Physik zur Zeit darstellt, kann es nicht richtig sein.

Aber trotzdem: Dieser Bericht ist das Beste, was ich zu diesem Thema bisher gelesen habe!

Es ist ein interessanter Artikel – viele kluge Gedanken, das Vorhandensein des Alls ohne Gott zu erklären. Der vorletzte Satz lässt aber „die Katze aus dem Sack“: Das Universum wäre vom Einfachen zum Komplexen entstanden.

Meine Alltagserfahrung spricht dagegen. Das Einfache bleibt das Einfache, etwas Komplexes zerfällt, die Entropie nimmt nur zu. Schon im Studium habe ich das so gelernt, und bisher war es immer richtig. Im Weltraum sollte es andersherum gehen, so dass hier von selbst Ordnung entsteht? Mal ehrlich, glaubt das wirklich Ihr Autor Rüdiger Vaas?

Ich halte mich an die bekannten und mir einsichtigen Naturgesetze, an den Ersten, Zweiten und Dritten Hauptsatz der Thermodynamik – und danach entsteht von selbst niemals Ordnung.

Vielen Dank für die ausführliche und lehrreiche Darstellung betreffend der Naturkonstanten-Feinabstimmung. Sehr interessant sind auch die Theorien zur Entstehung unseres Universums.

Ob es nun aber designed oder gehackert wurde, wir kommen ohne eine „Causa causarum“ nicht aus. Diese können wir „Zufall“, „von selbst“ oder „wer weiß was“ nennen – warum nicht, bequemerweise, „ Gott“?

Diese erste Ursache wäre dann freilich, wie Autor Rüdiger Vaas schon andeutete, völlig verschieden von allem, was uns die zur Zeit (noch?) verbreiteten Religionen glauben machen wollen.

Das Geheimnis der fehlenden Mädchen

Heft 8/2006

„Ein gewisser Jungenüberschuss ist zwar normal, da der männliche Nachwuchs generell eine höhere Sterblichkeit hat und die Natur wahrscheinlich auf diese Weise für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis im Erwachsenenalter sorgt“, schreibt der Autor Jochen Paulus. Woher weiß er, was die Natur will, und wieso sollte sie für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sorgen wollen?

Evolution ist kein Ausdruck göttlicher Auslese, wie es eine sanfte Abart der Kreationisten immer wieder darzustellen versucht, sondern lediglich die bislang unwiderlegte Behauptung, dass sich Entwicklung durch Anpassung an veränderte Lebensumstände vollzieht – beziehungsweise dass zufällig entstandene Mutanten mit verbesserter Anpassung an eine bestehende Umwelt einen Selektionsvorteil haben.

Ich hoffe, dass es sich hier lediglich um eine Form der umgangssprachlichen Sprachschlamperei und nicht um ein Erstarken von Kreationismus in der bild der wissenschaft-Redaktion handelt.

„Wahrhaft historisch“

Heft 8/2006

Ich habe das Interview über das ITER-Projekt mit Interesse gelesen. Obwohl ich mich als sehr technikbegeistert ansehe, kann ich nur sagen: Man geht vielleicht mit viel zu viel Optimismus zu Werke, wenn nicht einmal die Macher des ITER-Projektes mit letzter Sicherheit sagen können, dass es funktionieren wird.

Ist es da nicht sträflich zu behaupten, die Alternativen Energien können unsere Versorgung niemals decken? Was wird passieren, sollte das Experiment scheitern?

Mir ist es nicht zu schade um das Geld – es ist nur so, dass es sehr einseitig ausgegeben wird. Würde man die genannten 4,6 Milliarden Euro für Alternative Energien ausgeben und zusätzlich 5,3 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren, dann sähe die Versorgungslage wahrscheinlich noch besser aus.

Ist dezentrale Energieversorgung mit Alternativen Energien womöglich nicht das ersehnte Ziel? Das würde ja für die großen Stromversorger bedeuten, das Heft des Handelns aus der Hand zu geben. Auch der Staat würde auf Steuereinnahmen verzichten müssen, weil jeder einen Teil des von ihm verbrauchten Stroms selbst produzieren würde.

Aber was sowohl die großen Stromerzeuger als auch den Staat am meisten schmerzen würde, wäre wohl der Kontroll- und damit Machtverlust. Das gilt sicher nicht nur für Deutschland. Deshalb haben sich so ungleiche Partner zusammengefunden.

Michael Winter, per Mail

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