Nachgefragt: Michael Titze - wissenschaft.de
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Nachgefragt: Michael Titze

Lachen ist gesund – eine Volksweisheit. Das wird auch wissenschaftlich untersucht: Gelotologen befassen sich ganz ernsthaft mit der Wirkung von Humor. Der Psychologe Dr. Michael Titze war der wissenschaftliche Koordinator des 5. Internationalen Kongresses „Humor in der Therapie“, der im September in Basel stattfand.

Seit wann ist die Gelotologie, die Lachforschung, ein seriöses Forschungsgebiet? Die Gelotologie ist ein junges Forschungsfeld. Noch in den sechziger Jahren wurde Prof. William F. Fry von Medizinern nur belächelt, als er an der Stanford University die physiologischen Auswirkungen des Lachens untersuchte. Heute wird auch an deutschen Hochschulen Lachforschung betrieben, zum Beispiel am Institut für Physiologische Psychologie in Düsseldorf.

Dann kann man die Wirkung von Humor wissenschaftlich belegen? Ja, sicher. Lachen scheint jene Blutinhaltsstoffe zu vermehren, die der Immunabwehr dienen. Es wirkt auch gegen Streß, indem es den physiologischen Kreislauf der Streßreaktion durchbricht und eine Entspannung hervorruft.

Wie wird Lachen zur Therapie eingesetzt? Das sogenannte Reflexlachen zum Beispiel. Der Reiz, in einer Lachrunde mitzulachen, läßt sich gezielt zur Stärkung der Immunabwehr einsetzen, baut aber auch soziale Ängste ab. Daneben gibt es inzwischen eine Reihe von psychotherapeutischen Verfahren, die gezielt humorbezogen sind.

Wo hat Humor die meisten Chancen? Er hilft dem Patienten, seine Einstellung zu sich selbst zu ändern. Beispielsweise beim Burn-out-Syndrom oder bei Depressionen: Der Humor bewirkt ein Rückbesinnen auf Ursprüngliches, etwa auf die Heiterkeit unbeschwerter Kindheitstage.

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Hans Groth / Michael Titze

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