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NEUE REZEPTE FÜR DIE WELTGESUNDHEIT

Von sieben Milliarden Menschen ist nur etwa eine Milliarde medizinisch gut versorgt. Wie sich das ändern lässt, ist ein brisantes Thema beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin.

Nobelpreisträger wie Harald zur Hausen aus Deutschland und Luc Montagnier aus Frankreich, Direktoren großer Behörden und Hilfsorganisationen, Politiker und Wirtschaftsführer – insgesamt „ mehr als 700 hochkarätige und prominente Meinungsführer“, wie es in einer Pressemitteilung der Veranstalter hieß, versammelten sich im Oktober 2009 in Berlin. Sie debattierten über Prävention und Pandemien, den demographischen Wandel und den Klimawandel. Sie beschlossen, Gesundheit als universelles Menschenrecht endlich ernst zu nehmen und kamen zu dem Ergebnis: „Globale Gesundheit ist erreichbar.“ Und: Sie wollen sich von nun an jährlich treffen und weiter arbeiten an dem großen Ziel. Am 10. Oktober 2010 ist es wieder so weit.

Anlass für das Hochkaräter-Treffen war der 300. Geburtstag der Berliner Charité: Gegründet 1710 als Pesthaus und – als die Pest ausblieb – weitergeführt als Krankenhaus, ist sie heute das führende Universitätsklinikum Berlins. Vier Klinik-Standorte im Westen wie im Osten der Stadt gehören inzwischen zur Charité-Universitätsmedizin Berlin. Und zwei Köpfe, die mit ihrer jüngsten Geschichte eng verbunden sind – der ehemalige Charité-Chef Detlev Ganten und sein Nachfolger Karl Max Einhäupl – ließen sich etwas ganz Großes einfallen, um das Jubiläum zu schmü- cken: einen Weltgesundheitsgipfel, englisch: World Health Summit.

Ausgehend von einer deutsch-französischen Universitäts-Achse (die Charité ist eng verbunden mit der Université Paris Descartes), ließ man sich inspirieren und fand schnell Unterstützung von der Politik: Waren nicht auch die Gipfeltreffen der größten Wirtschaftsnationen 1975 als kleine Gruppe gestartet, als deutsch-französisches Kamingespräch in Schloss Rambouillet? Und gelten nicht heute die G8-Treffen als unverzichtbar für die Weltpolitik, aber auch als großes Spektakel und Bühne für den weltweiten Protest? So ähnlich sollte es – unter medizinischem Vorzeichen – in Berlin werden. Und so ähnlich wurde es in Berlin.

FORSCHUNG UND INDUSTRIE VEREINT

Innerhalb von wenigen Monaten hatte sich als Organisations-Team für die Gipfeltreffen die M8-Allianz gegründet, der acht medizinische Spitzen-Universitäten aus Deutschland, Frankreich, England, Russland, den USA, Japan, China und Australien angehören. Ergänzt werden sie durch das „Inter Academy Medical Panel“, den globalen Dachverband aller nationalen Wissenschafts-Akademien, sowie die „Association of Academic Health Centres“, den Zusammenschluss der Universitätskliniken der Welt. Bald schlossen sich große Forschungsinstitutionen an, auch Industrie-Sponsoren wollten dabei sein. Gemeinsam gestaltet man nun jährlich ein umfangreiches wissenschaftliches Programm. Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy amtieren als Schirmherren, und ihre Minister senden Vertreter zum Gipfel oder kommen gleich selbst.

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Unter den vielen, auch kontrovers diskutierten Themen ragten 2009 zwei heraus, die wir in bild der wissenschaft näher beleuchten: Die „personalisierte Gesundheit“ als neue Form der Prävention, der Therapie und der Pharma-Forschung (ab S. 30). Und die neuen Wege der Finanzierung der globalen Versorgung, für die hier die Gates-Stiftung beispielhaft steht (ab S. 36). Zum Abschluss unseres Schwerpunkts zur globalen Medizin stellt Detlev Ganten die Themen und Ziele des World Health Summit 2010 vor. ■

von Judith Rauch

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INTERNET

Website des World Health Summit: www.worldhealthsummit.org

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Gift  I 〈n. 11〉 1 lebenszerstörender od. gesundheitsschädl. Stoff (fest, gasförmig od. flüssig); Sy Giftstoff ... mehr

♦ as|tro…, As|tro…  〈in Zus.〉 stern…, Stern… [zu grch. astron ... mehr

♦ Hy|brid|ra|ke|te  〈f. 19〉 Rakete mit einem Triebwerk, das mit einem festen u. mit einem flüssigen Treibstoff betrieben wird

♦ Die Buchstabenfolge hy|br… kann in Fremdwörtern auch hyb|r… getrennt werden.
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