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NEUE TELESKOPE BRAUCHT DIE WELT

Um die Frühzeit unseres Universums zu erkunden, sind gegenwärtig mehrere ehrgeizige Teleskop-Projekte in Planung und Bau.

· GMRT (Giant Metrewave Radio Telescope): Das Observatorium liegt 80 Kilometer nördlich der indischen Stadt Pune und besteht aus 30 Drahtantennen mit je 45 Meter Durchmesser. Es ist bislang das größte Radioteleskop für Meter-Wellen.

· PAPER (Precision Array to Probe the Epoch of Reionization): Ein Prototyp der Dipolantennen wurde am Green Bank Observatory in West Virginia getestet. Die Anlage selbst entsteht in Westaustralien.

· 21CMA (21-cm-Array): Die drei Kilometer große Anlage aus über 10 000 Antennen von je zwei Meter Durchmesser in der chinesischen Provinz Xinjiang ist zum Teil fertiggestellt und misst bereits.

· LOFAR (Low-Frequency Array): Ausgehend vom nördlichen Holland werden sich 77 Antennenfelder über weite Teile Mitteleuropas erstrecken – in Frankreich, England, Dänemark, Schweden sowie in Deutschland (in Potsdam, Garching, Tautenburg und Jülich und beim Radioobservatorium Effelsberg in der Eifel). Jedes Feld besteht aus 96 Niederfrequenzantennen und 96 Gruppen von Hochfrequenzantennen (aus je 16 Meterwellen-Antennen), was insgesamt über 118 000 Antennen ergibt. Die Daten aller Antennen werden mit einer Rate von 500 Milliarden Bit pro Sekunde zu einem Superrechner an der Universität Groningen geleitet. Mit einer Rechenleistung von über 27 Teraflop ist er einer der schnellsten Computer Europas. LOFAR braucht ihn, da sich die astronomischen Bilder und Spektren erst aus der Kombination und Korrelation zahlreicher Signale ergeben. Erste Ergebnisse werden 2010 erwartet.

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· MWA (Murchison Widefield Array): 8000 Antennen auf einem Gebiet von 1,5 Kilometer Durchmesser in Westaustralien sollen Frequenzen zwischen 80 und 300 Megahertz empfangen, also Wellenlängen zwischen 1,0 und 3,7 Metern. Die Winkelauflösung wird wenige Bogenminuten betragen, sodass sich das Ende der Reionisation mit einer Auflösung von drei Millionen Lichtjahren beobachten lässt. Baubeginn war letztes Jahr. Weil das entlegene MWA irdischen Störquellen weniger ausgesetzt ist als LOFAR, wird es auch den Zustand des Alls zu etwas früheren Zeiten messen können.

· SKA (Square Kilometre Array): Bis 2020 soll ein 1,5 Milliarden Euro teures Radioobservatorium aus mehreren Hundert bis zu 200 Meter großen Antennen entstehen, die gemeinsam eine Sammelfläche von einem Quadratkilometer haben. Baubeginn ist 2012 in Westaustralien oder Südafrika. Erste Daten gibt es wohl ab 2016.

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Vor|satz  〈m. 1u〉 1 feste Absicht 2 〈Rechtsw.〉 bewusstes Wollen einer Straftat ... mehr

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