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Neuseelands Küstenmeere werden „Hope Spot“

Milford Sound in Neuseeland
Blick auf den Milford Sound in Neuseeland (Foto: NanoStockk/ iStock)

Neue Hoffnung für die seltenen Maui-Delfine: Die internationale Naturschutzinitiative Mission Blue hat jetzt die Küstengewässer Neuseelands zu einem marinen „Hope Spot“ deklariert. Für die Heimat der Maui-Delfine und vieler anderer Meeressäuger steigt damit die Chance, künftig zu einem Meeresschutzgebiet zu werden. Denn nun wächst der Druck auf die neuseeländische Regierung, mehr zum Schutz dieses besonders artenreichen Meeresgebiets zu tun.

Die Küstengewässer rund um Neuseeland sind ebenso vielfältig wie artenreich: Sie reichen von subtropischen bis in subantarktische Klimazonen und beherbergen eine Vielfalt seltener Tiere, darunter Neuseeländische Seelöwen, Buller-Albatrosse, Gelbaugen- und Zwergpinguine, Riesenhaie und Zwergblauwale. Viele dieser Meeresbewohner kommen ausschließlich in Neuseeland vor. Einzigartig und akut vom Aussterben bedroht sind die vor Neuseeland heimischen Maui-Delfine. Von ihnen existieren nur noch 50 Exemplare.

Gefährdetes Meeresparadies

Bisher allerdings wurde nur wenig für den Schutz dieser Delfine und ihres Lebensraums getan. Zwar kündigte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern im April 2018 an, keine neuen Erkundungen für die Öl- und Gasförderung im Küstengebiet mehr zu gestatten. Doch die Gefahr durch die industrielle Fischerei in diese Meeresgebiet hält weiter an. „Zusammen mit internationalen wissenschaftlichen Institutionen drängen wir seit Jahren auf ein Verbot von Kiemen- und Schleppnetzen im Lebensraum von Maui- und Hector-Delfinen in Neuseeland“, sagt NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Um die einzigartige Meereswelt vor Neuseeland besser zu schützen, hat sich der NABU gemeinsam mit Forschern bei der US-Naturschutzorganisation Mission Blue dafür eingesetzt, dass diese die neuseeländischen Küstengebiete zum schutzbedürftigen „Hope Spot“ erklärt. Die Ausweisung als Hope Spot soll öffentliche Aufmerksamkeit auf bedrohte Meeresgebiete lenken und Regierungen unter Druck setzen, diese Zonen künftig zu Schutzgebieten zu erklären. Ziel der Initiative ist es, mithilfe der Hope Spots den Anteil der Meeresschutzgebiete bis 2030 auf 30 Prozent ansteigen zu lassen.

Druck auf die Regierung wächst

Seit dem 26. November 2018 gehören nun auch die neuseeländischen Küstengewässer zu den globalen Hope Spots. Für die seltenen Maui-Delfine und ihre schwimmenden und fliegenden Nachbarn ist dies ein guter Tag. „Unter dem Motto ‚Einer für alle, alle für einen!‘ soll unser Hope Spot längst überfällige Maßnahmen zum Schutz dieses einzigartigen Habitats unterstützen und so die Erholung betroffener Populationen und Lebensräume ermöglichen“, sagt Tennhardt. Ähnlich sieht es auch Sylvia Earle, die Gründerin von Mission Blue: „Die Erklärung der neuseeländischen Küstengewässer als Mission Blue Hope Spot sollten wir als Anlass dazu nehmen, jetzt gemeinsam alles dafür zu tun, die herrlichen und seltenen Maui- und Hector-Delfine vor dem Aussterben zu bewahren. Wir haben nur noch eine einzige Chance dazu, diese müssen wir jetzt ergreifen.“

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Die Naturschützer hoffen, dass die Ausweisung der Küstenzone als Hope Spot auch die Regierung Neuseelands dazu bringt, mehr für die bedrohten Delfine und ihre marinen Mitbewohner zu tun. „Die Erklärung der neuseeländischen Küstenmeere zum Hope Spot setzt erneut ein klares Zeichen für die Regierung des Landes, ihre Handlungen endlich in Einklang mit wissenschaftlichen Empfehlungen zu bringen. Andernfalls droht Neuseeland seinen Ruf als umweltbewusstes Land und unberührtes Naturparadies für immer zu verlieren, sagt Barbara Maas vom NABU. Das neuseeländische Ministerium für Naturschutz und das Ministerium für Primärindustrien treffen sich demnächst, um Optionen für den Schutz der Delfine vorzuschlagen.

Quelle: NABU

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