Nicht jeder Rückgang ist eine schlechte Nachricht - wissenschaft.de
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Nicht jeder Rückgang ist eine schlechte Nachricht

SCHEIN UND SEIN In den nächsten Monaten werden die Medien über einen Niedergang der Biotech-Branche in Deutschland berichten. Denn vielen Firmen droht der Bankrott. Nach einer Umfrage der Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege & Comp. reichen die meist über eine Wagniskapitalfinanzierung gedeckten Mittel bei zig Unternehmen nicht einmal mehr ein Jahr. Prof. Hans Günter Gassen, einer der profiliertesten Biotech-Forscher in Deutschland, kommt zu einem ähn- lichen Ergebnis. Nach seiner Einschätzung werden von den 400 gegenwärtig existierenden Biotech-Firmen sogar nur 200 übrig bleiben. „Darin sehe ich nichts Beängstigendes. Das ist eine ganz normale Konsolidierungsphase, wie wir sie in der Informationstechnik schon erlebt haben und bei der Nanotechnologie erleben werden“, erklärt er im zweiten Beitrag unserer dreiteiligen Interviewreihe „Technologie-Standort Deutschland“ (nachzulesen ab Seite 40).

Gassens Bemerkungen über die Biotechnologie unterscheiden sich deutlich von jenen Sentenzen, die uns tagtäglich um die Ohren fliegen, weil es vielen Wirtschaftsfunktionären und immer öfter auch Wissenschaftlern offenbar nur noch darum geht, die Bedingungen des hiesigen Standorts anzuprangern. Dass neue Technologien ihre eigenen Wachstumsgesetze haben, zeigt ein Blick auf unser südliches Nachbarland. „Die Schweizer haben die Entwicklung langsam, aber stetig angeschoben und sind jetzt auf dem Erfolgsweg“, anerkennt Gassen.

Was wir daraus lernen können? Uns nicht immerzu an den USA zu messen, die mit ihren fast 300 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt, das gut fünfmal so hoch wie das deutsche ist, in einer anderen Liga spielen! Einwohnerschwächere Länder kommen erst gar nicht auf solche Vergleiche.

Sehen wir die Biotech-Entwicklung in Deutschland doch einmal von einer anderen Seite: Vor einem Jahrzehnt tönten viele, hierzulande habe man den Anschluss endgültig verpasst. Inzwischen gehört Deutschland zur europäischen Spitze: fast gleichauf – so Gassen – mit Großbritannien.

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