ODYSSEE IM KÖRPER - wissenschaft.de
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ODYSSEE IM KÖRPER

Damit ein Medikament wirken kann, muss es verschiedene Stationen im Körper durchlaufen. Erst am Ziel – hier: eine Krebszelle der Lunge – macht es sich idealerweise an seine spezifische Aufgabe. Die individuelle Gen-Ausstattung des Patienten beeinflusst dabei jede Etappe des langen Weges. Die Stationen im Einzelnen:

1. Nach der Einnahme zerfällt das Medikament im Mund oder Magen-Darm-Trakt. Der Wirkstoff wird frei und gelangt über die Schleimhäute in die Blutbahn.

2. Im Gefäßsystem wird er mit dem Blutstrom über den gesamten Körper verteilt.

3. Weil die Konzentration des Wirkstoffs im Blut höher ist als im umliegenden Gewebe, verlässt er die Blutbahn und tritt ins Gewebe über (hier am Beispiel der Lunge gezeigt).

4. Am Wirkort angekommen, greifen die Medikamente ins biochemische Geschehen ein. Im gezeigten Beispiel blockieren zwei Präparate dasselbe Wachstumssignal innerhalb der Krebszelle auf unterschiedliche Art: „Erbitux“ verhindert, dass der Wachstumsfaktor EGF oder ein anderer Signalstoff an den EGF-Rezeptor in der Zellmembran bindet und ihn aktiviert. „Iressa“ sorgt dafür, dass das Enzym Tyrosinkinase am Rezeptor inaktiv bleibt, indem es die Bindungsstelle für den Energiespender ATP blockiert. So wird kein Wachstumssignal an den Zellkern weitergeleitet.

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5. Vor allem in der Leber wandeln Enzyme, zum Beispiel Cytochrom-P-450-Enzyme, fettlösliche Wirkstoffe in wasserlösliche Stoffe um, die der Körper besser ausscheiden kann. Pharmaforscher nutzen diesen Mechanismus auch, um inaktive Medikamentenvorstufen in aktive Substanzen umzuwandeln.

6. Endstation: Die Nieren scheiden mit dem Urin die Arzneistoffe und ihre Stoffwechselprodukte aus. Wie effektiv das geschieht, hängt ebenfalls von den Genen des Patienten ab.

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