Ohne Folgen für die Astrophysik - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Allgemein

Ohne Folgen für die Astrophysik

Was wäre, wenn Stephen Hawking recht hat – sowie viele andere Physiker mit ihm – und nirgendwo Ereignishorizonte existieren, sondern nur scheinbare Horizonte? Für die fundamentale Physik und Kosmologie hätte dies erhebliche Konsequenzen. Denn von der Natur der Schwarzen Löcher, aber auch des Urknalls und des Horizonts unseres ganzen beobachtbaren Universums, hängt unser Weltverständnis grundlegend ab. Für die Astronomie hingegen spielt die Diskussion keine Rolle. „Der scheinbare Horizont sieht für eine begrenzte Zeit wie ein Ereignishorizont aus. Und weil wir ohnehin nur etwas für eine begrenzte Zeit messen können, ist der scheinbarer Horizont ausschlaggebend“, sagt Sabine Hossenfelder. „Für alle praktischen Zwecke – und damit meine ich astrophysikalische Beobachtungen – ist der Unterschied völlig irrelevant“, betont die Theoretische Physikerin am Nordita-Institut in Stockholm. Ob die ultrakompakten Objekte, die beim Kollaps der Kerne ausgebrannter Sterne entstehen, deren äußere Hülle als Supernova explodiert, Schwarze Löcher sind oder nur „Fastschwarze Löcher“, macht keinen Unterschied. Die Erklärung beispielsweise von Röntgendoppel- sternen, etwa Cygnus X-1, bleibt die gleiche: Hier entzieht ein „Schwarzes“ Loch einem Nachbarstern Materie und bringt sie zum Aufglühen, bevor es sie verschlingt. Die supermassereichen Objekte im Zentrum der meisten Galaxien, auch der Milchstraße, bei denen sich Millionen bis Milliarden Sonnenmassen auf einem Gebiet kleiner als das Sonnensystem konzentrieren, werden durch Hawkings neue These ebenfalls nicht in Zweifel gezogen. Damit bleibt auch die gängige Erklärung der Galaxiendynamik sowie der ultraenergetischen Strahlungsgewitter von Quasaren, Blasaren und Aktiven Galaxienkernen unangetastet. Demnach verschwinden hier riesige Mengen an Gas und Staub – und manchmal sogar ganze Sterne – im Malstrom der Gravitation.

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Na|tur|re|li|gi|on  〈f. 20〉 Anbetung von Naturgegenständen od. –kräften

Block|kon|den|sa|tor  〈m. 23; El.〉 elektr. Kondensator, der im Gegensatz zum Drehkondensator unveränderlich ist

Ap|pen|di|zi|tis  〈f.; –, –ti|den; Med.〉 = Blinddarmentzündung [→ Appendix ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige