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Österreichs einzige Armenologin

Einige Tipps aus dem „Kilikischen Heilbuch für Pferde“ würde Jasmine Dum-Tragut bei ihrem eigenen Wallach Caesar nicht anwenden – etwa bei Nasenbluten verbranntes Froschpulver in die Nüstern zu blasen. Doch wenn es darum geht, durch das Füttern von Knoblauch unliebsame Fliegen fern zu halten, ist das älteste veterinärmedizinische Werk Armeniens, das zwischen 1295 und 1298 verfasst wurde, bis heute ein guter Ratgeber. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat Jasmine Dum-Tragut – Österreichs einzige habilitierte Armenologin – die 184 Blätter ins Deutsche übersetzt. Demnächst werden sie in der Reihe „Documenta Hippologica“ im Olms Verlag erscheinen.

In Graz hatte die gebürtige Steirerin Allgemeine Sprachwissenschaft und Russisch studiert, bevor sie für zwei Jahre an die staatliche Universität in Jerewan ging. „ Weißrussisch ist dem Russischen zu ähnlich und auf dem Balkan war es mir im Winter zu kalt. Deshalb fiel die Wahl auf Armenien“, schmunzelt die 39-Jährige. So exotisch wie ihr Fachgebiet war schließlich auch die Kommission, die ihre Habilitation über „ Sprachwissenschaft und Armenologie“ in Salzburg begutachtete: fast nur Theologen – andere Armenien-Experten waren nicht zu finden.

Mit ihren außergewöhnlichen Kenntnissen ist Dum-Tragut, die auch Vorsitzende der Deutsch- Armenischen Gesellschaft ist, aber nicht nur im Dienste der Linguistik unterwegs. Seit kurzem leitet sie archäologische Ausgrabungen nordöstlich von Jerewan, wo eine Festung der Urartäer freigelegt wird – eines Volkes, das vom 9. bis 6. Jahrhundert v.Chr. Im Osten Anatoliens und im südlichen Kaukasus lebte.

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