Prof. Dr.-Ing. Detlef Stolten - wissenschaft.de
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Prof. Dr.-Ing. Detlef Stolten

Prof. Dr.-Ing. Detlef Stolten leitet am Forschungszentrum Jülich das Institut für Werkstoffe und Verfahren der Energietechnik mit Schwerpunkt Brennstoffzellen. Er hat zudem den Lehrstuhl für Brennstoffzellen an der RWTH Aachen inne. Von 2001 bis 2005 veröffentlichte Stolten 19 Artikel. Er übertrifft damit die Produktivität ganzer Institute, die sich mit Brennstoffzellen beschäftigen. Insgesamt erreichen seine Publikationen 105 Zitierungen.

bild der wissenschaft: Welche Ihrer Arbeiten hat die Brennstoffzellen- Forschung am stärksten vorangebracht, Herr Prof. Stolten?

STOLTEN: Wir haben zwei besondere Erfolge vorzuweisen: einen Dieselreformer, den wir so genau modellieren können, dass er direkt nach diesen Vorgaben konstruiert und gebaut werden kann – und wir arbeiten an einem System für Kleinantriebe in der Kilowatt-Klasse mittels Direktmethanol-Brennstoffzellen. Dieses System ist sehr komplex und erfordert interdisziplinäres Vorgehen von Naturwissenschaftlern und Ingenieuren, was eine wichtige Grundlage des Instituts ist.

bdw: An Brennstoffzellen wird weit reichend geforscht — wo liegen die Vorteile der Arbeit an einem großen Forschungszentrum wie dem FZ Jülich?

STOLTEN: Die Großforschungszentren spielen eine besondere Rolle bei der langfristigen Forschung für gesellschaftlich relevante Themen. Die Vorteile und Erfolgsfaktoren liegen in der Konstanz und interdisziplinären Ausrichtung der Arbeit sowie in der guten Laborausstattung und Infrastruktur. Auch Industriekooperationen sind von großer Bedeutung.

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bdw: Inwiefern arbeiten sie mit Institutionen in anderen Ländern zusammen?

STOLTEN: Wir sind in zahlreichen europäischen Projekten aktiv – teilweise als Projektführer. Darüber hinaus haben wir engen Kontakt zu anderen Instituten und Firmen in den USA, Kanada und Asien, dort insbesondere in Korea, Taiwan und China. Je industrienäher die Aktivitäten jedoch sind – was an sich wünschenswert ist –, desto mehr fixieren sich die Kooperationen auf Industriepartner, die mehrheitlich allein deshalb deutsch sind, da die Großforschungseinrichtungen von deutschen Steuergeldern getragen werden.

bdw: Wird die Entwicklung von Brennstoffzellen ausreichend gefördert?

STOLTEN: Selbstverständlich hat man als Forscher immer Ideen, wie mehr zu erreichen wäre, und könnte hierfür auch mehr Mittel gebrauchen. Allerdings möchte ich auf die langjährige und sehr gute Förderung durch Bundes- und Landesministerien in Deutschland hinweisen. Deutschland ist in der EU nicht zuletzt dadurch in der Brennstoffzellen-Technik führend. Die Fördersituation ist also für Europa gut, obwohl in Japan und den USA sehr viel mehr für Brennstoffzellen-Förderung ausgegeben wird.

bdw: Wann werden Brennstoffzellen im Alltag der Bundesbürger Fuß gefasst haben?

STOLTEN: Die Markteinführung von Brennstoffzellen hat bereits begonnen. So ist ein System für den Campingbedarf schon kommerziell erhältlich. Weitere Systeme werden in den Bereichen eingeführt , in denen sich ein besonderer Kundennutzen erkennen lässt. Massenmärkte erfordern mehr Vorbereitungszeit und Erfahrung. Sie folgen Nischen daher zeitversetzt. So wird man im Automobilbereich Bordstromversorgungen vermutlich vor den eigentlichen Antrieben einführen. Bei Hybridfahrzeugen könnte die Brennstoffzellen-Technik ebenfalls eine Rolle spielen. Außerdem werden zur Zeit stationäre Brennstoffzellen-Systeme für die dezentrale Stromversorgung und als Hausheizanlagen entwickelt.

Diese Analyse wurde von der Bibliometrie-Gruppe an der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich aufbereitet. Autoren sind: Dr. Bernhard Mittermaier, Cornelia Plott, Dirk Tunger, Ulrike Burkard, Heike Lexis.

www.fz-juelich.de/zb/bibliometrie

Die Fragen stellte Cornelia Varwig/bild der wissenschaft.

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