Prognosen – und was davon bleibt - wissenschaft.de
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Prognosen – und was davon bleibt

Sie alle erinnern sich an Dennis Meadows und die von ihm 1972 im Auftrag des Club of Rome vorgelegten „Grenzen des Wachstums“. Darin hatten Experten berechnet, dass Öl und Erze gegen Ende des 20. Jahrhunderts verbraucht wären. Doch die aufrührerische Prognose bewahrheitete sich nicht. Als Gegenentwurf veröffentlichte der Futurologe Herman Kahn sein Buch „Vor uns die guten Jahre“. Kahn wollte beweisen, dass trotz wachsender Weltbevölkerung und starkem Ressourcenverbrauch alles besser werde auf der Erde. Das können wir heute als Träumerei abtun. Auch Prognosen über die Entwicklung des Ölpreises glaubt keiner mehr. Erfreulich für uns sind dagegen die Falschaussagen der Experten über den Niedergang des Industriestandorts Deutschland – vor Kurzem noch in aller Munde.

Die Prognostik steckt in der Krise. Aus diesem Anlass hat sich ein bild der wissenschaft-Team mit der Zukunftsforschung auseinandergesetzt und beispielsweise nachgeprüft, inwiefern sich die Thesen bewahrheitet haben, die bei der letzten deutschen Delphi-Studie vor genau zehn Jahren 2000 Wissenschaftler und Industrie-Experten formuliert haben. Auch hier mit ernüchterndem Ergebnis: Die Welt hat sich weniger geändert als gedacht.

Sind Prognostiker, Trendforscher und Modellierer Scharlatane? Ist die Zukunftsforschung Kaffeesatzleserei? Fest steht: Genauso wenig, wie man Vorhersagen für bare Münze nehmen sollte, darf man sie in Bausch und Bogen verurteilen. Die Neugier auf das Kommende gehört einfach zum Menschen. Und: Die Methoden, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu beschreiben, um Vorsorge zu treffen, werden immer ausgeklügelter. Das betrifft unsere Gesundheit gleichermaßen wie unsere Arbeit, unseren Umgang mit der Natur ebenso wie den miteinander. Doch da das Ganze natürlich auch ein Geschäft ist, sind wir – insbesondere die Medien – gut beraten, die Randbedingungen solcher Studien kritisch zu analysieren und darauf zu achten, wer was für welchen Auftraggeber prognostiziert. Gerade beim Blick auf die Zukunft lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Noch eine erfreuliche Personalie: bdw-Autorin Claudia Eberhard-Metzger erhielt soeben den Ludwig-Demling-Medienpreis für ihre Beiträge über Diabetes, die in der Oktoberausgabe erschienen sind. Wir gratulieren – und das nicht zum ersten Mal. Vor sechs Jahren wurde die Medizinjournalistin schon einmal für ihre vorbildlichen bdw-Artikel ausgezeichnet.

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