Raumstation, Naturschutz und ganz einfache Fragen - wissenschaft.de
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Raumstation, Naturschutz und ganz einfache Fragen

Die Rakete geht ab. In wenigen Wochen wird von Baikonur das erste Element der Internationalen Raumstation ISS ins All geschossen. Viele weitere Raketen- und Shuttle-Starts müssen folgen, ehe das außerirdische Forschungslabor 2003 endlich ganz zusammengebaut sein wird. 50 Milliarden Dollar soll das Wagnis mindestens kosten. Über Sinn und Zweck der Raumfahrt – der bemannten zumal – kann man sich trefflich streiten (Pro und Contra auf den Seiten 34 bis 36). Ein Argument, das in der Öffentlichkeit häufig vorge-bracht wird, will ich freilich nicht gelten lassen: „Erst mal die bestehenden Probleme lösen, ehe man zu neuen Ufern aufbricht“, heißt es so schön. Wer strikt danach verfährt, hemmt jeglichen Fortschritt, haben doch Wissenschaft und Technik genau das Gegenteil zum Ziel. bild der wissenschaft lehnt deshalb den neuerlich teueren Aufbruch ins Weltall nicht grundsätzlich ab. Wo es Probleme gibt, zeigen wir sie auf. Zur Lektüre empfehle ich deshalb besonders den Beitrag von Ralf Butscher. Er berichtet ab Seite 37 über den Psycho-streß, dem Astronauten im All ausgesetzt sind.

Dr. Kurt Jax heißt der Mann, dessen Namen Sie sich merken sollten. Jax tritt in diesem Heft den Anhängern des gängigen Naturschutzes schmerzlich auf die Zehen (ab Seite 56). Er arbeitet an der Universität Tübingen über die Zusammenhänge von Ökologie, Naturschutz und Naturethik und erklärt: Wahre Natur ist geprägt von Veränderungen. Katastrophen gehören dazu. Viele Tierarten und Pflanzenarten sind – so Jax – auf Überschwemmungen, Brände oder Waldbrüche regelrecht angewiesen, um langfristig zu überleben. Da macht sich einer doch glatt daran, das liebgewordene Bild vom ökologischen Gleichgewicht zu stürzen.

Einfache Fragen sind es, die Archäologen auch heute noch in Verlegenheit bringen: Wie wurden die Pyramiden gebaut? Wo genau besiegten Hermanns Germanen die Römer um Varus? Wann wird man endlich die drei großen Schriften der Menschheitsgeschichte – Linear A, Indus-Schrift, Etruskisch – entziffern können? Fragen so geradeheraus gestellt, wie das Experten oft gar nicht lieben. Doch es sind Fragen, die so häufig Leser beschäftigt, daß bild der wissenschaft aus diesen und aus vier weiteren ein Titelthema entwickelt hat. Die Antworten auf 7 große Fragen an die Archäologie (Seiten 60 bis 75) bieten neben Orientierung auch Anregung, sich mit der Archäologie inten-siver zu beschäftigen. Gekonnt gemachte Übersichtsdarstellungen waren schon immer die Einstiegsdroge dazu.

Bester Beweis ist ein Buch, das sich in seiner Originalausgabe in 34 Einzelkapitel gliedert und es auf eine siebenstellige Weltauflage brachte: „Götter, Gräber und Gelehrte“. C. W. Cerams faszinierende Welt der Archäologen zog auch mich in den Bann der archäologischen Forschung, wie der abgenutzte Einband auf dieser Seite zeigt. Was Kurt W. Marek – wie der 1972 verstorbene Autor in Wirklichkeit hieß – damals für die Archäologie leistete, hat die Wissenschaft in Deutschland heute nötiger denn je: Autoren, die verständliche Antworten auf einfache Fragen geben – und dabei nicht langweilen.

P.S.: Gewiß haben auch Sie „ganz einfache“ Fragen an Archäologen, Physiker, Geologen, Chemiker… Ich freue mich auf möglichst viele Anregungen von Ihnen.

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Wolfgang Hess

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