Reiten nicht auf Rezept - wissenschaft.de
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Reiten nicht auf Rezept

Die Krankenkassen sind nach einem Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel nicht dazu verpflichtet, die Kosten für eine so genannte Hippotherapie zu übernehmen. Eine solche Reittherapie bekommen in Deutschland jährlich bis zu 100000 Patienten verordnet. Sie soll vor allem den Gleichgewichts- und Bewegungssinn fördern sowie die Rücken- und Rumpfmuskulatur stärken. Auf Kostenerstattung hatte ein an Armen und Beinen gelähmter Mann geklagt, der jährlich etwa 770 Euro für die Behandlung bezahlen muss. Als Alternative kämen für ihn nur starke Schmerzmittel in Betracht. Den Richtern fehlten jedoch die Beweise dafür, dass die Hippotherapie wirksam sei.

AZ: B1 KR36/00R

Ulrich Fricke

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Angeblich entwickelt sich unser Zeitgeist ja in Richtung Nachhaltigkeit. Der verlinkte Artikel ist nur ein Beispiel unter vielen. Auch der Appelle an uns Konsumenten sind Legion.

Neues im Supermarkt muss sein: Man nehme ein gut verpacktes Produkt. Schütte es aus und koche es mit Agar-Agar. Dann in eine Form füllen und umverpacken: etwas Plastik, etwas Glas, etwas Papier. Schon ist es “veredelt”.

Wie schön, dass wir da alle mitmachen. Wir hören auch immer wieder, dass Deutschland nur 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Das ist ja unglaublich wenig. Wir können uns wahrlich auf die Schulter klopfen, dass wir, wir alle dennoch durch unseren Konsum helfen den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu verringern. Keinesfalls sorgen wir durch unseren Import dafür, dass anderswo CO2 anfällt, dass bei uns ja nicht in der Statistik landen würde. Greenwashing ist uns fremd. Und besonders achten wir auf die Verringerung unseres Müllaufkommens. Schade, wenn die wenigen Läden, die unverpackt verkaufen schließen müssen. Oder, Moment mal: Sind die Inhaber nicht doch selber schuld? Irgendwie könnten diese Läden ja schon schöner verpacken und dennoch nachhaltig sein, oder? Da ist halt Phantasie gefragt! Dann wäre es für uns noch leichter gut zu werden!

 

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Ein — ehemaliger — Hofladen in fußläufiger Entfernung.

Na ja, zu besonderen Gelegenheiten ist dann auch etwas Nippes drin. Kann man ja verschenken, denn ein mal ist kein Mal. Wer das ganze Jahr über nachhaltig lebt, auf große Reisen verzichtet, dem ist ja zugestanden über solche Meldungen hinweg zu lächeln.

 

Ein Geschenk auf dem häuslichen Wohnzimmertisch. Fast ohne überflüssiges Müllaufkommen.

Besonders großes Verständnis haben wir für unseren Finanzminister. Mehrwertsteuer vorenthalten ist ja kein Kavaliersdelikt. Wenn es dann — nur zu Anfang, man wird ja noch Erfahrung sammeln dürfen! — zu dysfunktionalem Verhalten von Gewerbetreibenden und Kunden kommt, wen kümmert so was?

Schade nur, dass so viele Bons auf nicht recycelbaren Thermopapier gedruckt werden.

http://scienceblogs.de/rupture-de-catenaire/2020/01/13/zeitgeistprobe-konsum/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=zeitgeistprobe-konsum

Le|bens|mit|tel|che|mie  〈[–çe–] f.; –; unz.〉 Lebensmittel untersuchende, erforschende u. erzeugende Chemie; Sy Nahrungsmittelchemie ... mehr

Joch|al|ge  〈f. 19; Bot.〉 formenreiche u. vorwiegend in Süßwasser verbreitete Grünalge: Conjugales; Sy Konjugate ... mehr

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