Sachs Elan 12 Speed Comfort System: Ein schnelles Rad mit Rücktritt - wissenschaft.de
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Sachs Elan 12 Speed Comfort System: Ein schnelles Rad mit Rücktritt

und funktioniert’s?

Die Zeiten als die Drei-Gang-Nabenschaltung von Fichtel&Sachs Neid bei Fahrradfahrern aufkommen ließ, die ohne Gangerleichterung in die Pedale treten mußten, sind längst vorbei. Die Zahl der Gänge bei Fahrradschaltungen ist inzwischen inflationär gewachsen, und Besitzer eines Fahrrads mit Nabenschaltung werden nun von ebensolchen mit Kettenschaltung mitleidig beäugt, haben sie doch – schaltungstechnisch gesehen – nicht viel zu bieten: 5, im allerbesten Fall 7 Gänge stehen gegen 21 oder 24. Jetzt endlich versuchen die Nabenschaltungs-Konstrukteure zurückzuschlagen. Seit wenigen Monaten bietet Sachs eine 12-Gang-Nabenschaltung an. Und im kommenden Jahr will der Kettenhersteller Rohloff sogar eine 14-Gang-Schaltung dieses Genres präsentieren. Wer das Fahrrad mit der innovativen Sachs-Schaltung als tagtägliches Fortbewegungsmittel benutzt, ist von der kompakten und einfach zu handhabenden Konstruktion erst einmal begeistert. Mit einem lässigen Handgriff läßt sich vom zweiten in den zehnten Gang schalten, und die gewählte Übersetzung steht sofort, also auch im Tritt, parat. Die zur Verfügung stehenden Gänge helfen vor allem bei der streßfreien Bewältigung von Steigungen. Die großen Übersetzungen für schnelle Fahrten mit wenig Pedalumdrehungen lassen dagegen Wünsche offen – um so mehr, als Unterschiede in benachbarten höheren Gängen kaum wahrzunehmen sind. Für mich nicht bemerkbar war der hohe Reibungsverlust durch die drei Planetengetriebe in der Nabe, auf den mich mein Fahrradhändler aufmerksam gemacht hatte. Auf fast 20 Prozent schätzte ihn der Fachmann. Gute Kettenschaltungen sollen dagegen mit weniger als fünf Prozent Verlust auskommen. Mit 4,7 Kilogramm ist die Nabenschaltung doppelt so schwer wie eine Kettenschaltung. Qualitativ anspruchsvolle Fahrradproduzenten versuchen diesen Nachteil durch konsequenten Leichtbau aller übrigen Teile auszugleichen.

Mein Urteil: Die praktisch verschleißfreie und wartungsarme Elan-Schaltung hat Pepp und ist im innerstädtischen Fahrradverkehr eine Bereicherung.

Die Handhabung Die 12-Gang-Schaltung wird durch einen ergonomischen Drehgriff bedient, wobei sich die Nabe sowohl im Stand als auch während der Tretens problemlos schalten läßt. Im 1. Gang transportiert eine Pedalumdrehung das Fahrrad 2,07 Meter (beim 26 Zoll-Rad) beziehungsweise 2,21 Meter beim 28 Zoll-Rad weiter.

Im 12. Gang betragen die entsprechenden Strecken 7,13 und 7,62 Meter. Wer das Hinterrad ausbauen muß, braucht bei Wiederinstallation die Gänge nicht mehr neu zu justieren: Die Schaltzugtechnik ist in einen sogenannten Clickstick integriert, der sich einfach arretieren läßt.

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Die Technik Nicht weniger als 30 Zahnräder greifen bei der Elan-Nabe ineinander und treiben über einen komplexen Prozeß insgesamt drei Planetengetriebe an. Manche Bauteile sind so filigran, daß sie bei einer Reparatur nur noch in Modulen ausgetauscht werden können. Laut Hersteller ist die Nabe so konstruiert, daß sie selbst unter widrigen Bedingungen mindestens 20000 Kilometer wartungsfrei durchhält und bei normalem Radeinsatz mindestens doppelt so lange ohne Fehl und Tadel bleibt.

Preis und Hersteller Eine 7-Gang-Nabenschaltung kostet rund 300 Mark. Eine 21-Gang-Kettenschaltung gibt es schon für 200, aber auch für 2000 Mark. Die 12-Gang-Schaltung kostet als Nachrüstungssatz 619 Mark. Seriöse Hersteller, die die Sachs-Schaltung bereits in Neufahrräder integrieren, sind: AT-Zweirad (Tel: 02505/93050), Biria (06203/89680), Hercules (0911/42490), Junginger (07161/30920), Kettler (02938/810), Kirsch (07631/18010), Recker (02225/91610).

Fahrräder dieser Hersteller sind qualitativ ansprechend und kosten – abhängig von der Ausstattung – zwischen 1200 und 1800 Mark. Nicht empfehlenswert sind Billigräder mit der Elan-Schaltung, die schon für sage und schreibe 500 Mark angeboten werden. Solche Offerten enthalten außer der Nabenschaltung nur Billigteile.

Die Klientel Nabenschaltungen sind im deutschen Sprachraum stärker verbreitet als sonstwo auf der Welt. Schon deshalb wird der neuentwickelten 12-Gang-Schaltung von Sachs der große Erfolg wohl verwehrt bleiben. Als Zielgruppe sieht das Unternehmen 35- bis 50jährige, die das Fahrrad vorzugsweise als Fortbewegungsmittel innerhalb von Ortschaften und Städten und zu gelegentlichen Überlandfahrten nutzen.

Wolfgang Hess

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