„SCHAM, SCHULD UND ANGST" - wissenschaft.de
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Allgemein

„SCHAM, SCHULD UND ANGST“

Isolde Krug ist Leitende Psychologin an der Kinderklinik der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie mit einem Kind zu tun haben, das keine eindeutigen Verletzungen aufweist?

Wir versuchen zunächst, Ruhe und Zeit für eine umfassende Klärung zu schaffen. Dafür nehmen wir das Kind stationär auf. Wir untersuchen es organmedizinisch und sprechen mit den Eltern.

Wie kommen Sie mit den Eltern ins Gespräch?

Wir versuchen, mit ihnen – ohne Schuld zuzuweisen – den Verletzungshergang zu klären. Dazu gehören auch Fragen zur Gesamtsituation der Familie: zum Beispiel aktuelle Belastungen, Suchterkrankungen oder finanzielle Sorgen.

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Kann eine Kinderklinik Eltern helfen, die ihr Kind misshandeln?

Wir geben eine diagnostische Einschätzung ab und empfehlen notwendige Therapien und Hilfen. So schaffen wir eine Basis für weiterbetreuende Institutionen, zum Beispiel Jugendämter.

Kann das Kind bei seinen Eltern bleiben?

Der Grundsatz heißt immer „Hilfe statt Strafe“. Aber der Schutz des Kindes geht natürlich vor. In manchen Fällen kann das bedeuten, ein Kind auch gegen den Willen der Eltern aus der Familie herauszunehmen.

Was bieten Sie Eltern an, die zugeben, dass sie ihr Kind misshandelt haben?

Wenn sie in der Lage sind, darüber zu sprechen, ist dies fast immer verbunden mit Scham, Schuld, Angst und Überforderung. Das offen einzugestehen, kann bereits ein entscheidender Schritt sein, um Hintergründe der Misshandlung zu verstehen. Daran versuchen wir mit den Eltern zu arbeiten.

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