Schutz vor Weltraum-Bomben - wissenschaft.de
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Schutz vor Weltraum-Bomben

Alan Harris (59) ist Planetoiden-Experte und forscht am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin.

Herr Dr. Harris, muss die Erde vor der Bedrohung aus dem All geschützt werden?

Man sollte die Risiken durch erdnahe Objekte, die sogenannten NEOs, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Einschläge wie durch den Chicxulub-Meteoriten, der zur Auslöschung der Dinosaurier und vieler anderer Spezies beigetragen hat, sind zwar sehr selten. Aber kleinere Planetoiden treffen uns recht häufig. Im schlimmsten Fall könnten sie ganze Großstädte zerstören und Millionen Menschen töten.

Müsste die Abwehr eine internationale Aufgabe sein?

Genau. Die Europäische Union hat jüngst das NEOShield-Projekt beschlossen und zunächst vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es geht darum, die wichtigsten Organisationen ins Boot zu holen. Bei NEOShield arbeiten Wissenschaftler aus 13 verschiedenen Institutionen in der EU, USA und in Russland zusammen.

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Sie koordinieren das Projekt. Worum geht es?

Drei aussichtsreiche Techniken zur NEO-Abwehr sollen untersucht werden: die Ablenkung eines NEO durch den gezielten Einschlag eines mas- siven Impaktors, ein sogenannter Schwerkraft-Traktor und ein Sprengsatz. Die Resultate der theoretischen und experimentellen Untersuchungen sollen helfen, eine erste Raummission zur Ablenkung eines erdnahen Planetoiden vorzubereiten.

Könnten wir künftig bedrohliche Planetoiden mit Atombomben sprengen?

Bei NEOShield werden wir diese Möglichkeit theoretisch untersuchen. Für eine künftige Demonstrationsmission kommt eine solche Sprengung nicht infrage.

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