Sennheiser Surrounder – Der Klang-Kragen - wissenschaft.de
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Sennheiser Surrounder – Der Klang-Kragen

Kennen Sie den bösen Darth Vader aus den Star-Wars-Filmen? Ungefähr so muß ich ausgesehen haben, als ich das erste Mal den Surrounder, die neueste Kreation aus der Kopfhörerschmiede Sennheiser, getragen habe. Von „irgendwie interessant“ bis „jetzt ist er völlig durchgeknallt“ schienen die stummen Reaktionen zu reichen. In der Tat: Der Surrounder sieht einfach „anders“ aus.

Kopfhörer ist eigentlich der falsche Ausdruck, Schulterhörer trifft es besser: Der riesige Kragen aus leichtem Styropor wird nämlich auf den Schultern getragen – was dank nur 970 Gramm und einer dicken Polsterung relativ angenehm ist. Die vier Lautsprecher sollen für ein völlig neues Raumerlebnis beim Hören sorgen – aber nur, wenn der Surrounder mit den entsprechenden Signalen gefüttert wird. Als Tonquelle kommt die neue Vierkanal-Soundkarte im PC ebenso in Frage, wie der Dolby-Surround-Decoder des DVD-Players. Computerspiele und Heimkino sind deshalb die Haupteinsatzgebiete des Surrounders. Wer einfach nur Musik hören will und keinen Dolby-Decoder besitzt, kann den Surrounder pro erwerben. Er enthält ein kleines Zusatzkästchen, das den gewöhnlichen Stereoklang zum Dolby-Prologic-Raumklang aufmotzt.

Der Klang des Surrounders überzeugt: Egal welche Tonquelle man wählt, man hat immer das Gefühl mitten auf der Konzertbühne oder im Kugelhagel des Actionfilms zu sitzen. An die Klanggewalt einer guten Dolby-Anlage mit sechs Lautsprechern oder die Detailtreue eines Spitzenkopfhörers reicht der Surrounder allerdings nicht heran. Soll er auch nicht: Erstens ist er deutlich billiger und braucht weniger Platz als eine ganze Batterie von Lautsprechern, zweitens ist man nicht so von der Umwelt abgeschnitten wie unter einem geschlossenen Kopfhörer. Weil die Lautsprecher nahe an den Ohren sitzen, kann man die Lautstärke ziemlich hochdrehen, ohne daß Personen in der Nähe zu sehr gestört werden. In Nachbarzimmern und -wohnungen ist der Surrounder nicht zu hören – ein großes Plus.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Wer wie ich gerne im Liegen fernsieht oder Musik hört, wird den klingenden Kragen als störend empfinden. Ein mittleres Fiasko ist die Verkabelung: Der Surrounder allein braucht ein mehradriges Anschlußkabel, eventuell mit einem Adapter, sowie ein Steckernetzteil, das den Strom für den eingebauten Verstärker ins Kabel speist. Die Dolby-Zusatzbox des Surrounder pro wird mit einem weiteren Kabel zwischen PC/Stereoanlage und Hörer geschleift und über ein zweites Netzteil gespeist. Der Kabelsalat füllt mühelos eine mittlere Einkaufstüte. Das Umstöpseln zum Beispiel vom PC zum Fernseher wird damit zum Geduldspiel.

Der Hersteller Sennheiser electronic, Am Labor 1, 30900 Wedemark. Infos im Internet: http://www.sennheiser.de/News/pr_1b36.htm

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Der Preis

Surrounder: DM 399,- Surrounder pro: DM 599,-

Die Technik Der Surrounder besitzt zwei Lautsprecher für Frequenzen ab 300 Hertz, die vor dem Gesicht sitzen. Damit löst Sennheiser das Problem der Vorneortung: Normalerweise werden Geräusche, die von vorne kommen, in herkömmlichen Kopfhörern zwischen den Ohren – also im Kopf – geortet. Zwei größere Lautsprecher neben den Ohren liefern die tiefen Töne sowie die Raumklanginformationen der hinteren Kanäle. Seine Stärken kann der Surrounder ausspielen, wenn er mit Signalen der Raumklangverfahren Dolby-Prologic, Dolby AC-3, MPEG-2 oder Digital Theatre Systems (DTS) gefüttert wird.

Die Alternativen

Einen Kopfhörer mit Dolby-Prologic-Decoder bietet AKG mit dem Hearo 777 an (rund 500 Mark). Sony hat ein ähnliches System in den USA vorgestellt. Vorteil beider Produkte: Die Signale werden drahtlos übertragen. Die australische Firma Lake DSP hat einen digitalen Signalprozessor entwickelt, der die Vorneortung auch im Kopfhörer ermöglichen soll. Dem Lake-Verfahren wurde von den Dolby-Labors das offizielle Siegel „Dolby-Kopfhörer“ verliehen. Wann es entsprechende Kopfhörer zu kaufen gibt, steht noch nicht fest.

Bernd Müller

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