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Sex, Musik und Geld

Die Südafrikanerin Phangisile Mtshali Manciya ist Direktorin der Bristol-Myers Squibb Foundation „Secure the Future“, die seit 1999 Aids-Projekte in Afrika fördert. Dazu gehören Aids-Kliniken, Selbsthilfegruppen sowie sogenannte Großmütter-Projekte: Sie unterstützen Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern müssen, weil deren Eltern an Aids gestorben sind. Eine wichtige Erkenntnis ihrer Arbeit: „Wenn man über so heikle Dinge wie Sex und Tod reden will – und das muss man bei HIV- Aufklärung – kann man den Menschen nicht irgendwelche mitgebrachten Konzepte aufdrängen, sondern man muss diese mit den Menschen vor Ort entwickeln.“ Sie nennt drei Beispiele:

· Thema Sex: „Bei uns in Südafrika sind die Jugendlichen ausgesprochen offen, was das Thema Sex angeht. Es ist überhaupt kein Problem, sie in die Dörfer oder Wohnbezirke zu schicken, um über HIV zu sprechen. Als wir das in Namibia zur Sprache brachten, meinte einer meiner Gesprächspartner völlig entsetzt: ‚ Ihr wollt doch nicht ernsthaft vorschlagen, dass mein 15-jähriger Sohn zu uns kommt und mit uns über Sex redet.‘“ In Namibia waren gestandene Frauen in reiferem Alter die idealen Vermittler für solch heikle Inhalte.

· Thema Musik: „In Südafrika braucht man keinen großen Aufwand zu betreiben, und schon tanzen und singen die Menschen. Hier in Tansania ist das nicht so einfach. Auf den Projektplänen der Jugendgruppen in Kagera (wo Igabilo liegt, Anm. d. Red.) stand stets eine mobile Disco-Anlage – die ich zunächst aus der Finanzierungsplanung rausgestrichen habe, nach dem Motto: Ihr wollt ja nur Party machen. Bis man mir erklärt hat, dass in dieser Region viele Menschen leben, die schwer zu erreichen sind und für die es einen Anreiz zur Teilnahme an den HIV-Aufklärungsveranstaltungen geben muss.“

· Thema Geld: „Hier in Tansania haben wir erfolgreich Mikrokreditsysteme für Aids-Waisen organisiert. Sie werden von den Kindern selbst verwaltet. Diese organisieren Minibanken, in die sie einzahlen und sich bei Bedarf, zum Beispiel für Schulbücher, Geld leihen. Das funktioniert hier sehr gut, weil wir intakte Dorfgemeinschaften mit einem ausgesprochenen Gemeinsinn haben.“ In Südafrika würde das so nicht gehen. Zum einen hat Südafrika ein gewisses soziales Netz: Aids-Waisen bekommen dort eine Rente. Außerdem haben Südafrikaner ein anderes Verhältnis zum Geld: „Ich würde dort nicht öffentlich erzählen, dass ich die Kasse verwalte und dass sie unter meinem Bett steht.“

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