SIE HABEN KREBS - wissenschaft.de
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Allgemein

SIE HABEN KREBS

Mit großem Interesse habe ich im Augustheft den Beitrag „Sie haben Krebs“ gelesen. Der Beitrag erwähnt unter anderem meinen Kollegen Prof. Köhle, der sich intensiv für eine Verbesserung der akademischen Lehre in der Medizin eingesetzt hat. Außerdem wird Bezug genommen auf einen Kurs der Ludwig-Maximilians-Universität München, der die Studenten auf das Überbringen schlechter Nachrichten vorbereitet.

Es ist in der Öffentlichkeit vermutlich noch nicht ausreichend bekannt, dass derartige Reformen im Medizinstudium an vielen Universitäten stattgefunden haben. Köln hat bereits 2003 einen Modellstudiengang eingeführt, der viele moderne medizindidaktische Konzepte enthält. Die erste Kohorte des Modellstudiengangs hat vor ein paar Tagen das klinische Studium abgeschlossen, und wir warten gespannt auf die Ergebnisse nach dem Praktischen Jahr.

Eine wesentliche Säule des Kölner Modellstudiengangs stellt das „Skills Lab“ dar. In dieser Einrichtung werden die Studenten vom ersten Semester an systematisch auf praktische ärztliche Tätigkeiten vorbereitet. Aus der psychosomatischen Klinik, die Prof. Köhle vor seiner Emeritierung geleitet hat, stammen zahlreiche Kurse wie die von der Universität München erwähnten. Wir setzen zum Training solcher Gespräche auch „ Schauspielerpatienten“ ein – professionelle Schauspieler, die eine bestimmte Rolle trainiert haben und wesentlich realistischere Gesprächspartner sind als Ärzte oder studentische Tutoren.

Unsere Kölner Studenten betreuen ferner von Anfang an im Rahmen des StudiPat-Projekts jeweils einen „eigenen“ Patienten, den sie in einer der kooperierenden Allgemeinpraxen kennenlernen und bis zum Abschluss des Studiums begleiten.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Klaus A. Lehmann, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln

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Nach sehr langer Zeit finde ich im aktuellen bild der wissenschaft wieder einen Artikel von Dr. Jürgen-Peter Stössel – sachlich fundiert und auch für einen medizinischen Laien sehr verständlich geschrieben. Dr. Stössel versteht es besonders, den Leser zu packen und sozusagen mit auf die Reise zu nehmen. Vielen Dank für den Artikel über den Krebs.

Walter Immler, per E-Mail

GEFÜHLTE 100 PROZENT

Zur Sache, bdw 8/2008

Schmunzelnd nahm ich Ihren statistischen Leser zur Kenntnis, den Sie vorstellten. So ganz trifft es mich und meine Familie nicht: Ich bin keinesfalls männlich und noch weit weg von den 50 Jahren. Mein Sohn ist zwar definitiv männlich, aber sein Weg zur magischen 50 ist noch viel weiter. Von meiner kleinen Tochter ganz zu schweigen. Bleibt noch mein Mann, der durchaus zu der männlichen Kategorie zählt, aber die 50 ebenfalls noch nicht im Blick hat.

Aber wie Sie richtig vermuten, sind wir alle vier zu 100 Prozent in Wissen vernarrt. Zwei der Jüngeren von uns oft sogar zu gefühlten 190 Prozent, was die zwei Älteren hin und wieder seufzen lässt. Deshalb ist es mir jeden Monat wieder ein großes Vergnügen – wenn die beiden kleinen neugierigen Nasen endlich schlafen –, mich mit Ihrem Magazin im Schein meiner Leselampe in eine ruhige Ecke zurückzuziehen. Dann kann auch ich endlich wieder Wissen tanken – zur Abwechslung eine sehr angenehme Art, nachts wach gehalten zu werden.

Nadin Hardwiger, per E-Mail

DER LEBENDE LÜGENDETEKTOR

Heft 8/2008

Ihr Bericht – schmissig, unkritisch, einseitig, historisch ignorant – ist so recht ein Exempel des Elends gegenwärtiger deutscher Wissenschaftskultur! „Als Erster“ und „wie kein Zweiter“ habe Paul Ekman das Universale, weil Angeborene, menschlich-mimischer Ausdrucksbewegungen entdeckt und „bewiesen“ – das wäre ja durchaus verdienstvoll, wenn da nicht etwas fehlte.

Denn zur Zeit des „entscheidenden Wendepunkts“ seiner Karriere, als Ekman in die „nasskalten Urwälder Papua-Neuguineas aufzubrechen beschloss“, waren (nach Untersuchungen an taub-blind Geborenen) die ersten Arbeiten Irenäus Eibl-Eibesfeldts zu genau diesem Thema, sogar aus denselben Urwäldern stammend, bereits erschienen. Sie begründeten als biologisch-evolutionäre „ Humanethologie“ ein neues Gebiet empirischer Anthropologie.

Freilich war die „performance“ Ekmans erfolgreicher, indem sie (wie Ihr Artikel klar darstellt) Wissenschaft zum „Showgeschäft“ macht und sich damit an mächtigere Verbündete als an die Vernunft wendet: zu einer Show nämlich, die „Gefühl“ und „Politik“ verbindet, nützlich für „Schauspieler, Werbeagenturen und Trickfilm-Studios“ – und zum Geschäft, in dem es um Insider-Infos geht, um in der avisierten globalen Konkurrenzgesellschaft die Menschen – natürlich nur zu ihrem Besten – zu überwachen, als verlarvte Kriminelle zu enttarnen und sie sozial zu sortieren!

Fürwahr, erstrebenswerte Ziele für eine Wissenschaft, die optimal passt in die „Brave New World“ standardisierter Konditionierung, Steuerung und Überwachung durch Medien, Konzerne und Bürokratien!

Prof. Dr. Peter Klein, per E-Mail

REVOLUTION IN DER HIRNFORSCHUNG

Titelgeschichte, Heft 9/2008

Mit etwas gemischten Gefühlen habe ich den dritten Artikel gelesen („Aufrüstung fürs Gehirn“, Anm. d. Red.). Er verspricht Hoffnung und erinnert zugleich an Alpträume.

Auf der einen Seite stehen die Prothesen und Implantate für behinderte Menschen. Für sie ist die große Hoffnung, dass sie wieder sehen, hören oder gehen können. Die andere Seite: Jeder Star-Trek-Fan wird sofort an die „Borg“ denken, Cyborgs, die halb Mensch (oder auch eine andere humanoide Spezies) und halb Maschine sind. Sie haben sich selbst durch Technologie „ verbessert“: Implantate, mit denen man einen größeren Spektralbereich sehen kann, die größere physische Stärke verleihen, die das Individuum mit Computern und viele Individuen untereinander verbindet.

Sobald wir so etwas anfangen, werden wir unsere Menschlichkeit, ja vielleicht sogar unsere Individualität verlieren. Wir werden zu Borg. Wir müssen jetzt das Bewusstsein für die Gefahren fördern, bevor es zu spät ist – bevor es wirklich heißt: Widerstand ist zwecklos.

Volkmar Wießner, Physikstudent und Star-Trek-Fan, per E-Mail

Ohne Titel

Der gehörnte Herrscher der Druckfehler hat in der Ausgabe 10/2008 seine Spur hinterlassen: Auf Seite 104, „Heinrich Hemmes Cogito“, sind die Neuner-Potenzen mit einer zweiten Garnitur von Neunen überdruckt – wie es teuflischen Umtrieben zukommt, in leuchtendem Rot. Die Ursache? Eine Tücke der Druck-Software, die – für die Redaktion nicht sichtbare – grafische Markierungen einfach mitgedruckt hat. Entschuldigung!

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Wissenschaftslexikon

Jig|ger  〈[dig(r)] m. 3〉 1 Maschine zum Breitfärben von Gewebe 2 〈Mar.〉 kleines Segel ... mehr

♦ Mi|kro|ra|dio|me|ter  〈n. 13〉 Gerät zum Messen kleinster Strahlungsmengen

♦ Die Buchstabenfolge mi|kr… kann in Fremdwörtern auch mik|r… getrennt werden.

Pip|pau  〈m.; –(e)s; unz.; Bot.〉 Angehöriger einer auf Wiesen häufigen Gattung der Korbblütler: Crepis

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