Strom aus dem Auspuff - wissenschaft.de
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Strom aus dem Auspuff

Einen Großteil der Energie, die beim Verbrennen des Kraftstoffs im Motor gewonnen wird, blasen Autos einfach aus dem Auspuff. Sie entweicht als Wärme mit dem Abgas. Forscher des Stuttgarter Instituts für Fahrzeugkonzepte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben nun zusammen mit Experten des Münchner Automobilkonzerns BMW eine Technologie entwickelt, um einen Teil der Wärme aus den Abgasen zurückzugewinnen. Um dem Abgas Wärme zu entziehen, nutzen die Forscher einen Effekt, den der deutsch-estnische Physiker Thomas Seebeck Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt hat: Der Wissenschaftler fand heraus, dass zwischen zwei Punkten eines leitfähigen Materials, die unterschiedlich warm sind, eine elektrische Spannung entsteht. Die lässt sich nutzen, um elektrische Geräte zu betreiben. Raumfahrttechniker machen sich diesen thermoelektrischen Effekt zum Erzeugen von Elektrizität in Raumsonden zu eigen. Wärmequelle ist dabei meist ein radioaktives Element. Die Basis, um die Technologie nun auch im Auto anzuwenden, bilden Module aus dem halbleitenden Material Wismut-Tellurid. Diese ordneten die Forscher in mehreren Schichten an und verbanden sie mit Bauteilen, in denen entweder heißes Gas oder ein Kühlmittel strömt. Wird diese komplexe Struktur ins Auspuffrohr eingepasst, verwandelt sie einen Teil der Abgaswärme in elektrischen Strom. Mit ihm lassen sich im Fahrzeug Radio, Navigationsgerät oder Klimaanlage betreiben. Bei Tests in einem Versuchsfahrzeug von BMW konnten die Ingenieure mit dem thermoelektrischen Generator bei Tempo 130 rund 200 Watt an elektrischer Energie aus der Abgaswärme herauskitzeln.

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