Tanita – der Body Fat Monitor: Kilo-Trickser entlarvt - wissenschaft.de
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Allgemein

Tanita – der Body Fat Monitor: Kilo-Trickser entlarvt

und funktioniert’s?

Der erste Versuch mit dem „Body Fat Monitor“ war etwas beunruhigend. Nach den üblichen Gewichtstabellen bin ich zwar im grünen Bereich. Andererseits sind die Jahre nicht spurlos an meinem Körper vorübergegangen, wie das leichte Schwabbeln an den Hüften beweist. Mit der großen Zehe tippe ich die Waage an, mit beiden Füßen stelle ich mich auf die kühlen Metallkontakte. Zunächst erscheint das Gewicht, nach einer Weile läßt „Tanita“ den Fettgehalt meines Körpers aufblinken: 21 Prozent. 20,5 Prozent soll ein guter Wert sein für Männer um die 40, gesundheitlich noch in Ordnung wären 23 Prozent, ab 27 Prozent würde es kritisch, sagt die Tabelle, die der Waage beiliegt.

„Es war doch nur ein klitzekleines Sahnetörtchen.“ Wenn der Body Fat Monitor über die Fußkontaktplatten den Körperfettgehalt mißt, helfen keine Ausreden mehr.

Das Gefühl von Befriedigung weicht in den nächsten Tagen aber zunehmendem Zweifel. Mal zeigt die Waage – bei kaum verändertem Gewicht – 19 Prozent, am nächsten Morgen dann beinahe grenzwertige 22 Prozent. Die Betriebsanleitung beruhigt zwar, daß solche Schwankungen normal seien, aber erklären kann sie es nicht zufriedenstellend. Das besorgt erst am Telefon ein freundlicher japanischer Service-Mann.

Für die Messung des Körperfettanteils ist von großer Bedeutung, ob man sich morgens oder abends, vor oder nach dem Gang zur Toilette, mißt. Beim Messen wird ein – nicht spürbarer – Strom von Fuß zu Fuß durch den Körper geleitet. Der Strom fließt um so leichter, je mehr Wasser im Gewebe ist. Fett hemmt den Stromfluß. Aus dem Widerstand errechnet das Programm im Verhältnis zum Gewicht und anderen Parametern den Fettanteil des Körpers.

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Morgens nach dem Aufstehen ist das Wasser noch ziemlich gleichförmig im Körper verteilt, abends konzentriert es sich in den Beinen. Weil hier der Strom fließt, zeigt die Waage abends geringere Fettwerte an. Wer „Tanita“ mit Sport ein Schnippchen schlagen will, wird enttäuscht: Das Gewicht hat zwar abgenommen, aber weil der Körper eben nur Wasser verloren hat, klettert der Fettanteil entsprechend in die Höhe.

Besonders motivierend ist die Körperfettbestimmung, wenn sie eine Diät begleitet. Man kann sich mit den sinkenden Prozentzahlen richtig vorstellen, wie der Körper sein Fett wegschmilzt – quasi Butterpäckchen für Butterpäckchen.

Die Bedienung

Vor dem ersten Messen muß man die Waage mit den persönlichen Körperwerten programmieren. Mit wenigen Tastendrücken können bei der TBF-531 bis zu vier Familienmitglieder ihre Werte für Geschlecht, Alter und Körpergröße eingeben. Zum Wiegen und Messen tippt man mit der großen Zehe seine persönliche Speichertaste an und stellt sich mit nackten, trockenen Füßen auf die beiden Metallkontakte. Auf dem großen Display erscheint zunächst das Gewicht, dann der Körperfettanteil. Nach dem Verlassen der Waage stellt sich das Gerät automatisch ab.

Die Technik

Bei der Bioimpedanzmessung wird ein ungefährlicher Wechselstrom (200 Mikroampere bei 50 Kilohertz) durch den Körper geleitet. Elektrischer Strom fließt in den wasserreichen Muskeln leichter als im Fettgewebe. Der Fettanteil im Körper wird berechnet durch den Widerstand, den der Strom überwinden muß, jeweils in Bezug zum Gewicht. Weitere Faktoren, die in die Berechnung eingehen: Geschlecht, Erwachsener oder Kind, Körpergröße.

Modelle und Preise

Tanita-Waagen und -Fettmeßgeräte gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das getestete Modell war eine TBF-531. Sie speichert die persönlichen Angaben von vier Personen, wiegt in 200-Gramm-Schritten das Gewicht und gibt den Anteil Körperfett in 0,5-Prozent-Abstufungen an. Sie kostet 239,- Mark. Die TBF-543 mißt das Gewicht in 100-Gramm-Schritten, Fett in 0,1-Prozent-Stufen (DM 349,-). Die Modelle TBF-611 (DM 179,-), und TBF-612 (DM 199,-) speichern nur die Werte einer Person und geben den Fettanteil in 1-Prozent-Stufen an. Die TBF-612 hat als einziges Gerät die Zusatzfunktion „Athlet“: Sie berücksichtigt bei der Messung den niedrigeren Ruhepuls (weniger als 60 Schläge pro Minute) von Menschen, die viel Sport treiben.

Was ist gesund?

Wer hat’s

Tanita-Waagen bekommt man in Sanitätshäusern und in Apotheken. Informationen gibt es bei: Tanita Europe GmbH Dresdener Str. 25 71065 Sindelfingen Tel: 07031 – 61896 Fax: 07031 – 618971

Jürgen Nakott

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