Telejet – Pfadfinder im Tarifdschungel - wissenschaft.de
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Telejet – Pfadfinder im Tarifdschungel

und funktioniert’s

Call by Call, Preselection, CityCall, HolidayPlus – schöne neue Telekommunikationswelt. „Ich will doch nur telefonieren“, denke ich und greife beherzt zum Telejet. Der soll mir das Blättern in Tariftabellen und das Tippen von kryptischen Netzvorwahlen abnehmen. Telefonieren wie zu Monopolzeiten der Deutschen Telekom, nur viel billiger – so verspricht es das beiliegende Merkblatt.

Der Anschluß ist kinderleicht: Der Telejet wird einfach zwischen Telefon und Telefondose angeschlossen und mit der eigenen Telefonnummer gefüttert. „Nun ist es an der Zeit, das erste Update zur Aktualisierung der Tariftabellen durchzuführen“, steht im Handbuch. Da sich die Tarife auf dem deutschen Telefonmarkt inzwischen etwa alle zwei Wochen verändern, ist die mindestens monatliche Gedächtnisauffrischung des Telejets unbedingt notwendig.

Rund zwei Minuten später ist der Telejet einsatzbereit. Es ist Montag, 9 Uhr 15. Der erste Test, ein Ferngespräch von Düsseldorf nach Bonn: Alles klappt reibungslos. Nach knapp drei Minuten lege ich wieder auf. Dann tippe ich „###9“ und lausche: „Carrier 01019“ sagt die Computerstimme, was laut der mitgelieferten Tabelle der Anbieter „Mobilcom“ ist. Ein Blick auf die Tariflisten zeigt: Die Auswahl war korrekt. Das Drei-Minuten-Gespräch über Mobilcom kostet 59 Pfennig, eine Verbindung über die Deutsche Telekom würde zur gleichen Zeit mit DM 1,69 zu Buche schlagen. Ersparnis: 65 Prozent.

Als nächstes wähle ich einen Anschluß im eigenen Ortsnetz. Die Anwahl über Mobilcom wäre jetzt mit 59 Pfennig für drei Minuten ein teurer Spaß. Das Drei-Minuten-Telefonat innerhalb des eigenen Ortsnetzes ist bei der Telekom (CityCall) schon für 24 Pfennig zu haben. Wieder macht die unscheinbare Elektronikbox keinen Fehler und wählt „01033“, die Netzkennzahl des Exmonopolisten. Auch bei allen anderen Gesprächen liefert der Telejet korrekte Ergebnisse.

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Fazit: Mit DM 99 ist der Telejet das preiswerteste Gerät auf dem deutschen Markt für sogenannte Least Cost Router (LCR). Bei hohen Telefonrechnungen durch Ferngespräche amortisiert sich der Kaufpreis schon nach wenigen Monaten. Bei Tarifen mit Mindestgebühren für die ersten Sekunden, speziellen Rabatten für längere Gespräche oder bei Verträgen mit Mindestumsätzen hat die automatische Wahlhilfe ihre Grenzen. Wer hauptsächlich im Ortsnetzbereich plaudert, profitiert kaum.

Die Alternative

Es gibt inzwischen zahlreiche LCR für Analog- und ISDN- Telefone auf dem Markt, die aber nicht immer zuverlässig den günstigsten Anbieter finden. In Telekommunikationsanlagen für den Anschluß mehrerer Endgeräte sind Least Cost Router häufig schon als Software-Modul integriert. Auf dem Vormarsch sind Programme, die das Telefonieren und Faxen vom PC aus erlauben und die häufig einen LCR enthalten. Ein gutes Paket mit ISDN-Karte und Telefonhörer ist Phoneware von Tedas (DM 500,-).

Die Technik

Der Telejet enthält ein Modem, das aus dem Zentralcomputer des Herstellers regelmäßig aktualisierte Tariftabellen von bis zu 64 Anbietern in den Speicher lädt. An zwei Buchsen lassen sich ein analoges Telefon und ein Fax anschließen.

Der Anbieter

Der Telejet-Tarifmanager kostet DM 99,-. Für monatlich DM 4,- lassen sich beliebig viele Updates der Tariftabelle vornehmen. Erhältlich ist die elektronische Sparbüchse im Fachhandel (Saturn, Mediamarkt, Karstadt, ProMarkt), wo sie häufig auch unter Namen wie Routingstar oder Telescout Alpha angeboten wird. Bestelladresse: Innovative Computer GmbH (ICO), Zuckmayerstr. 15, 65582 Diez/Lahn, Bestelltelefon: 06432/9139-60, Fax: -11.

Die Netzbetreiber

Einfachste Methode, Telefonkosten zu sparen, ist das Call by Call-Verfahren. Bei jedem Gespräch kann die Telefongesellschaft neu ausgesucht werden. Dabei muß der Telefonnummer eine fünfstellige Netzbetreiberkennzahl (010xx) vorangestellt werden. Manche Anbieter verlangen für die Freischaltung einen Vertrag oder eine Anmeldung. Ohne Anmeldung arbeiten zur Zeit die Deutsche Telekom (01033), Mannesmann Arcor (01070), Mobilcom (01019), Otelo (01011), Teldafax (01030), Tesion (01023) und Viatel (01079). Sie sind bei Lieferung des Telejets bereits freigeschaltet. Die Kosten für diese Gespräche erscheinen auf der Telefonrechnung der Telekom. Zusätzlich lassen sich weitere Anbieter manuell aktivieren. Durch Vorwahl der fünfstelligen Netzbetreiberkennzahl läßt sich der Telejet auch überstimmen.

Peter Frey

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