TrafficStar – der Autoführer: Ein gutmütiger Weggefährte - wissenschaft.de
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TrafficStar – der Autoführer: Ein gutmütiger Weggefährte

und funktioniert’s?

Autobahn A6 Mannheim-Frankfurt. Langsam wird es Zeit, in das Navigationsgerät die Zieladresse „Gutleutstraße“ in Frankfurt einzutippen. Doch das Gerät will die Straße nicht wissen. Ich versuche es erneut. Wieder Fehlanzeige. Beim dritten Mal komme ich drauf, noch „Main“ zu Frankfurt hinzuzufügen. Doch die Frage nach der Adresse bleibt wieder ungestellt. Ein Defekt? Um das herauszubekommen, teste ich die Navigationshilfe an einer Stuttgarter Adresse. Das klappt anstandslos. Also funktioniert das Ding wohl doch. Vielleicht sollte ich den TrafficStar mal nach Frankfurt am Main fragen? Endlich kapiert der Apparat wohin ich will, fragt nun brav auch nach der Straße. Schon nach dem vierten Buchstaben ist ihm klar, daß ich in die Gutleutstraße will. Offenbar ist das System pfiffiger als ich dachte, wenn es bereits anhand der ersten Buchstaben die gesuchte Frankfurter Straße erkennt. Ohne Umwege werde ich nun in die Gutleutstraße geführt. Um dorthin zu kommen, hatte ich beim letztenmal mehrmals anhalten müssen, um mich im Stadtplan zu orientieren, war dennoch auf die falsche Mainseite geraten, ehe ich gefrustet das Ziel erreichte.

Für Leute, die häufig im Auto unterwegs sind und in Großstädten unbekannte Adressen anfahren müssen, ist der TrafficStar ein hilfreicher Begleiter. Das Gerät sieht aus wie ein normales Autoradio und paßt exakt in den dafür vorgesehenen Einbauschacht. Geführt über das Satellitennavigationssystem GPS und über eine CD-ROM, die alle Straßen deutscher Städte mit mehr als 50000 Einwohnern enthalten soll, erklärt eine synthetische Stimme, wie viele Kilometer man der jetzigen Straße folgen und wann man wohin abbiegen muß. Eine Anzeige auf dem LCD-Display unterstützt die akustische Führung optisch.

Im Radioschacht eines Autos sammelt sich immer trickreichere Technik an: Der TrafficStar vereint Autoradio, CD-Gerät und elektronisches Zielführungssystem.

In seltenen Fällen wird der Fahrer allerdings alleingelassen. So komme ich bei mir zu Hause einfach nicht in die Heilbronner Straße, weil der TrafficStar die komplizierte Straßenführung nicht durchschaut. Doch in die unmittelbare Zielnähe führt das System stets. Und es nimmt auch dann die Fährte wieder auf, wenn man den Anordnungen nicht folgt. Nach einer Weile ignoriert der TrafficStar das störrische Verhalten des Fahrers und findet sich anhand der neuen Situation wieder zurecht. Ich kenne genügend Beifahrer, die in solchen Fällen die Karte zusammengeklappt und mir bedeutet hätten, ich solle mir den Weg gefälligst selber suchen.

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Die Technik

Das Navigationssystem basiert auf dem Zusammenspiel von vier modernen Technologien: Der Tacho liefert das elektronische Signal über die gefahrene Wegstrecke. Ein im TrafficStar eingebauter Winkelsensor steuert ein zweites Signal bei. Damit hat die Fahrtroute bereits ihre individuelle Charakteristik. Drittes Element ist eine CD-ROM, die das Straßennetz von Deutschland, Österreich und der Schweiz enthält und über den CD-Schacht des Autoradios ausgelesen werden kann. Vierter Baustein ist ein GPS-Empfänger. Der wird gebraucht, um den Standort des Autos vor Fahrtantritt zu bestimmen.

Die Bedienung

TrafficStar paßt exakt in den Radioschacht jedes Autos. Mit zwei Wippschaltern, und 14 Tipptasten sind alle Radiofunktionen ebenso wie der CD-Player und das Navigationssystem einfach zu bedienen. Langes Lesen im Handbuch ist nicht nötig. Dennoch sollte man beim Kauf darauf achten, daß sich der einbauende Betrieb die Zeit nimmt, die Funktionen ausführlich zu erklären.

Der Preis

Der TrafficStar kostet 2990 Mark. Der Hersteller, die Firma Becker, hat damit die Konkurrenz unterboten. Ob der Einbau des Geräts mit diesem Preis abgegolten ist oder nicht, ist Verhandlungssache: Bei modernen Autos sind die erforderlichen Signalgeber oft bereits vorinstalliert, bei älteren Modellen wird die Werkstatt etwas mehr Mühe haben, den TrafficStar anzuschließen. Die CD-ROM wird zwei- bis dreimal im Jahr aktualisiert und ergänzt. Ob man die neueste Version haben will, kann man von Fall zu Fall entscheiden. Die Kosten dafür sind mit 250 Mark nicht gering. Andererseits enthält die im Herbst 1998 herauskommende Version neben den Daten für Deutschland, Österreich, Schweiz auch die Zielführung für die Benelux-Staaten.

Die Konkurrenz

Navigationssysteme für Autos gibt es auch von Mannesmann-VDO/Philips, Bosch-Blaupunkt oder Alpine. Blaupunkt bietet einen Nachrüstsatz (Travelpilot RGN 08) für bereits eingebaute, hochwertige Blaupunkt-Autoradios für 2600 Mark an. Das eigenständige System Travelpilot RGS 08 kostet dagegen 4300 Mark. Die Komponenten des von Philips entwickelten und jetzt durch VDO-Mannesmann vertriebenen Carin- Systems bekommt man ab 3800 Mark.

Die Bezugsquelle

Becker GmbH Postfach 742260 76303 Karlsbad Telefon 0724871-1508 oder Telefax 0724871-1508

Wolfgang Hess

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