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„Trojanisches Pferd“ schleust Medikament ein

Tumore des Gehirns lassen sich wegen ihrer ungünstigen Lage oft nicht operativ entfernen. Auch Medikamente, die entartete Zellen zerstören sollen (Zytostatika), richten gegen Hirntumore nur wenig aus: Die Substanzen können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Dieser natürliche „Schutzwall“ bewahrt die Hirnzellen vor Schadstoffen aus dem Blut. Forscher des Biozentrums der Universität Frankfurt versuchen derzeit, die schützende Barriere speziell für Krebsmedikamente passierbar zu machen – mit ersten Erfolgen.

Sie beladen Kügelchen aus biologisch abbaubarem Kunststoff mit einem Zellgift und überziehen die Partikel mit einem dünnen Tensid-Film. Wie Tierversuche gezeigt haben, sind die Kügelchen in der Lage, sich einen Weg ins Gehirn zu bahnen.

Zum Trojanischen Pferd, das in seinem Innern eine geheime Fracht trägt, werden die Partikel durch den Tensid-Mantel. Die wasser- und zugleich fettlöslichen Eigenschaften des Tensids öffnen Pforten in der Blut-Hirn-Schranke, die anderen Molekülen verschlossen bleiben.

Nicola Siegmund-Schultze

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