Um den Datenhunger von Multimedia, - wissenschaft.de
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Um den Datenhunger von Multimedia,

Um den Datenhunger von Multimedia, Navigation Motorsteuerung und Türöffner zu stillen, finden sich für unterschiedliche Anforderungen verschiedene Netzwerke im Auto. Zentrales Element aller technologischen Ansätze ist ein Bus-System: Darin sind eine Vielzahl von parallel verlaufenden Leitungen zusammengefasst, an die mehrere Funktionsblöcke und Bauteile der Fahrzeugelektronik angeschlossen sind.

CAN (Controller Area Network) ist der Klassiker unter den Bus-Systemen. Etwa zwei bis drei CAN-Busse mit unterschiedlichen Leistungen findet man in heutigen Autos. Ein kleiner CAN, der für die Komfortfunktionen des Innenraums – wie Türöffner und elektrische Fensterheber – verbaut wird, verarbeitet etwa 100 000 Bits pro Sekunde. Der CAN-Bus für Motorsteuerung, Fahrwerk und Bremsen kann mehr: Über seine Leitung können einige Megabit Daten pro Sekunde huschen.

Time-Triggered CAN ist die zeitgesteuerte CAN-Variante. Hier werden die Daten nicht mehr nach dem Zufallsprinzip verarbeitet, sondern jedes Steuergerät hat bestimmte Sendefenster im Bus, die sich jeweils für wenige Bruchteile von Millisekunden öffnen. Dadurch geht weniger Information verloren.

LIN (Local interconnect network) ist das einfachste, billigste und langsamste Netzwerk, das im Auto verbaut ist. Über LIN werden zum Beispiel Spiegel oder das Sonnendach angesteuert. Statt über aufwendig abgeschirmte Kabel laufen die Bits dabei über einfache Drähte. Damit sich Diebe dennoch nicht über den Seitenspiegel ins Herz des Autos hacken können, funktioniert der Datenverkehr nur in eine Richtung.

D2B (Domestic Data Bus), entwickelt von den beiden Elektrokonzernen Matsushita und Philips, wurde eine Zeit lang für die Kommunikation von Audio- und Videosystemen eingesetzt. Inzwischen ist der D2B in den meisten Autos von leistungsstärkeren Protokollen abgelöst worden.

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MOST (Media Oriented Systems Transport): Der speziell für die Autoindustrie konzipierte Bus ist in den meisten Fahrzeugen heute für die Multimedia-Anwendungen zuständig. Als ringförmiges Fasernetzwerk werden im MOST-Bus die Daten mittels Laserlicht über Glas- oder Kunststofffasern übertragen. So lassen sich Datenraten bis zu 25 Megabit pro Sekunde bewältigen. Allerdings ist MOST fehleranfälliger als andere Systeme.

Flexray ist der Power-Bus der Zukunft. Es ist ein leistungsstarkes und zugleich fehlertolerantes Protokoll, das sicherstellt, dass die Informationen auch dort ankommen, wo sie hinsollen. Deshalb wird das noch sehr teure System für sicherheitsrelevante Anwendungen favorisiert. Sollte es eines Tages Bremsen oder Lenkungen ohne Hydraulik und Mechanik geben, werden die Steuersignale vermutlich über den Flexray-Bus laufen.

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kar|zi|no|gen  〈Adj.; Med.〉 krebserzeugend, krebsauslösend; Sy kanzerogen ... mehr

Cho|a|ne  〈[ko–] f. 19; Anat.〉 hintere Nasenöffnung zum Rachenraum [grch., ”Trichter“]

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