Umstrittener Räuber auf samtigen Pfoten - wissenschaft.de
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Umstrittener Räuber auf samtigen Pfoten

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Schön und umstritten: der Luchs. (Bild: D. Klammer für bdw)
Seit der Luchs vor 14 Jahren im Harz wieder ausgewildert wurde, gibt es teils erbitterte Diskussionen zwischen Tierschützern und Jägern über die Existenzberechtigung der Großkatzen in Deutschlands Wäldern. Inzwischen leben die nach Bär und Wolf drittgrößten Raubtiere Europas auch in Bayern, Sachsen, im Landkreis Kassel und im Südschwarzwald. In der aktuellen Ausgabe von bild der wissenschaft hat sich bdw-Autorin Franziska Konitzer jetzt auf die Suche nach den umstrittenen Räubern in der Bundesrepublik gemacht und ist der Frage nachgegangen, ob Luchse tatsächlich so viele Probleme bereiten, wie von den Waidmännern oft behauptet wird. Herausgekommen ist eine eindrucksvolle und bildstarke Reportage über ein Tier, das vor kurzem in Deutschland noch ausgerottet war.

Was besonders den bayerischen Jägern gegen den Strich geht, ist die Lieblingsspeise der Luchse: das Reh. Dadurch wird es für die Grünröcke immer schwieriger, ihre ohnehin schon hohen Abschussquoten zu erfüllen. Denn auf das Konto eines männlichen Luchses gehen durchschnittlich 50 Rehe pro Jahr, ein Weibchen mit Jungen kommt gar auf 70 Stück. Inzwischen gibt es immer wieder Fälle, in denen Luchse illegal abgeschossen oder vergiftet werden. Auf der anderen Seite erfreuen sich die Tiere beim Rest der Bevölkerung großer Beliebtheit. Das zeigt sich beispielsweise bei Luchsfütterungen in Schaugehegen, aber auch in Umfragen. Vorbei sind die Zeiten, als man sich in Mitteleuropa vor den wilden Katzen fürchtete, sie werden mittlerweile als Bereicherung empfunden. Was also ist zu tun? In ihrem Artikel im Mai-Heft von bild der wissenschaft über das Comeback der Luchse in Deutschland zeigt Konitzer deshalb Wege für eine Koexistenz zwischen Tier und Mensch auf, die alle Seiten zufrieden stellt. Dazu hat die Autorin auch über den Tellerrand geschaut und stellt ein viel versprechendes Projekt in der Schweiz vor. Eines steht auf jeden Fall fest: Ohne intensive Gespräche zwischen Naturschutz, Jagd und Forst geht es nicht, Auswildern allein ist keine Lösung. Dass sich der intensive Austausch zwischen den verschiedenen Interessen jedoch lohnt, ist für Franziska Konitzer unbestritten. Sie hat durch ihre Recherchen die Luchse ins Herz geschlossen. Und das werden auch Sie tun, wenn Sie in der aktuellen bdw-Ausgabe ihre beeindruckende Geschichte über die schönen Katzen gelesen haben.

© wissenschaft.de
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