Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Allgemein

Unterm schützenden Dach

Notbremse oder sinnvolle Weichenstellung? Scheitern oder geplante Weiterentwicklung?

Scheitern oder geplante Weiterentwicklung? Für Hanns J. Tümmers, Präsident des Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT), ist die Antwort klar. Keinesfalls sei das Konzept dieser 1998 gegründeten privaten Hochschule gescheitert. Nur das Finanzierungsmodell habe revidiert werden müssen.

Dass er den Titel „Präsident“ verliert und nur noch Akademischer Direktor, also „Dean“, sein wird, ficht ihn nicht an. „Auch bei Harvard steht ein Dean an der Spitze der Business School“, sagt Tümmers, der sich schon bei Amtsantritt als Realist erwiesen hatte: Die US-Top-Institution Harvard Business School sei in absehbarer Zeit uneinholbar, sagte er im Interview (bild der wissenschaft 2/2001, „Wir müssen ein Global Player werden“ ).

Immerhin sollte Tümmers die in Stuttgart-Plieningen beheimatete private Universität an europäische Hochschulen mit international hohem Ansehen heranführen – dazu war er im September 2000 berufen worden. Dies sei auch gelungen, betont der agile Wissenschaftler und verweist auf Rankings, die das SIMT unter die 100 besten Business Schools der Welt sowie die 40 führenden europäischen MBA-Schulen (MBA: Master of Business Administration) einstuften. Doch auch diese Platzierungen konnten das Ende als eigenständige Hochschule nicht aufhalten. Ab Herbst 2003 wird das SIMT als Weiterbildungseinrichtung den drei staatlichen Universitäten Stuttgart, Hohenheim und Tübingen angegliedert.

Verbunden ist dies mit einem neuen finanziellen Konzept. Bereits in der Anlaufphase der Einrichtung hatte sich gezeigt, dass der Betrieb aus den Zinsen eines Kapitalstocks – gebildet aus öffentlichen und Industrie-Mitteln – nicht zu finanzieren war: Der Ertrag fiel wegen historisch niedriger Zinsen zu gering aus. So wurde am 18. Juli 2003 das Kapitalstock-Modell aufgegeben, jetzt können Zuschüsse aus Industrie und öffentlicher Hand für den Betrieb verwendet werden. Der Zusatznutzen der neuen Konstruktion werde sich spätestens dann zeigen, mutmaßt Tümmers, wenn die ersten Diplome verteilt seien, auf denen neben dem SIMT auch die Universitäten Stuttgart, Hohenheim und Tübingen stehen werden.

Anzeige

Das SIMT hat vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bereits Anfang 2002 gute Noten für Profil und Qualität sowie für seine Kooperationen bekommen. Als Manko wurde indessen damals angemerkt, am SIMT werde nicht ausreichend eigene Forschung betrieben. Daran änderte sich seitdem nicht viel, wie Prof. Manfred Erhardt anmerkt, Generalsekretär des Stifterverbandes und gleichzeitig Vorsitzender des SIMT-Verwaltungsrats. Nun wird man Zugriff auf die Forschungskapazitäten von drei Staatsuniversitäten bekommen: Künftig können SIMT-Studenten bei den Tübinger und Stuttgarter Professoren promovieren und wissenschaftlich arbeiten. Das steigere die Attraktivität im „ fight for talents“, sagt Erhardt. Auch die Studiengebühren – um 25000 Euro – trügen dazu bei, denn „was nichts kostet, gilt auch nicht als attraktiv“. Das müsse allerdings mit Stipendienprogrammen und Freiplätzen für begabte Studierende gekoppelt sein.

Die neue Weichenstellung des SIMT, sich unter das Dach staatlicher Universitäten zu stellen, könnte auch anderen privaten Hochschulen den Weg aus der Krise weisen. „Fast alle derartigen Einrichtungen sind in finanziellen Schwierigkeiten“, erklärt Manfred Erhardt. Doch wenn die Wirtschaft wieder floriert, wird das Blatt sich wenden – da ist sich der Generalsekretär ganz sicher.

Paul Janositz

Anzeige

Wissensbücher 2022

Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ei|ko|nal  〈n. 11; Opt.〉 der in der geometrischen Optik längs eines Strahls gemessene Weg des Lichts [<grch. eikon … mehr

Wald|schrat  〈m. 1; Myth.〉 im Wald lebender Riese od. Mensch in Tiergestalt

es–Moll  〈n.; –; unz.; Mus.; Abk.: es〉 auf dem Grundton es beruhende Moll–Tonart

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]