Ursprünglich bezeichnet „Segeljacht" - wissenschaft.de
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Ursprünglich bezeichnet „Segeljacht“

Ursprünglich bezeichnet „Segeljacht“ ein gewichtsstabiles Boot mit nur einem Rumpf. Unter dem Rumpf befindet sich ein sehr schwerer Kiel, der für einen tiefen Schwerpunkt sorgt. Legt sich die Jacht bei starkem Wind auf die Seite (im Seglerjargon: sie krängt), richtet das Gegengewicht sie wieder auf. Je stärker die Jacht krängt, desto mehr wirkt das aufrichtende Moment, sodass eine Jacht kaum kentern kann.

Mehr und mehr setzen sich jedoch im Rennsport die Multihulls durch, Boote mit mehreren Rümpfen. Die englische Seglerin Ellen MacArthur zum Beispiel trat im Winter 2004/05 zu ihrer Rekord-Weltumsegelung mit einem Trimaran an, das ist ein Boot mit drei Rümpfen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Ein-Rumpf-Jachten sind Multihulls formstabil. Das aufrichtende Moment resultiert bei ihnen nicht aus dem Gewicht, sondern aus dem Auftrieb der Seitenrümpfe. Sie gelten deshalb streng genommen gar nicht als Jacht.

Aufgrund ihrer Bauweise haben die Multihulls entscheidende Vorteile gegenüber den Monohulls: Die zwei oder drei Rümpfe wirken wie die Ausleger der Südseekanus („Proas“). Sie stabilisieren durch die größere Auflagefläche und den daraus resultierenden Auftrieb das Boot. Das erspart den Ballast, weshalb das Boot einen geringeren Tiefgang und damit einen geringeren Wasserwiderstand hat. Diese Merkmale zusammen machen die Mehr-Rumpf-Jachten deutlich schneller als die traditionellen Ein-Rumpf-Jachten.

Das erste moderne Regatta-Boot mit mehreren Rümpfen baute 1876 der Amerikaner Nathanael Greene Herreshoff: den Katamaran Amaryllis. Bei seinem ersten Einsatz, einem Rennen des renommierten New York Yacht Club, wurde der Konstrukteur erst ausgelacht. Wegen widriger Winde ging Herreshoff als drittletzter ins Rennen. Doch dann rollte er das ganze Teilnehmerfeld von hinten auf, als „lägen sie vor Anker“, wie die New York Times seinerzeit beeindruckt kommentierte. Den Vereins-Chefs war die Sache nicht geheuer – sie verboten kurzerhand die Teilnahme von Mehr-Rumpf-Booten an der Clubregatta. Ganz jedoch wollten sie nicht auf Herreshoffs geniale Konstruktionen verzichten: Im America’s Cup durften Multihulls an den Start gehen und sicherten fast 30 Jahre lang die Überlegenheit der US-Teams.

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